Mehr als 900 Jahre Zwickauer Stadtgeschichte werden an einem Wochenende lebendig. Das Historische Markttreiben führt am 12. und 13. September 2026 durch Mittelalter, Biedermeier und Industrialisierung. Domhof, Hauptmarkt und Kornmarkt erhalten dafür jeweils einen eigenen historischen Schwerpunkt.

Historisches Markttreiben ist kostenlos

Das Historische Markttreiben steht unter dem Motto „Zwickau im Wandel der Zeit“. Es findet am Sonnabend und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr statt.

Historische Handwerkskunst, Musik, Theater und Kleinkunst bestimmen das Programm. Hinzu kommen Mitmachangebote, Stadtführungen und Kutschfahrten durch die Innenstadt.

Frauen und Männer in historischen Gewändern beleben die Straßen und Plätze. Handwerker zeigen überlieferte Techniken, während Musiker, Gaukler und Theatergruppen für Unterhaltung sorgen.

Der Eintritt zu den Veranstaltungsflächen ist frei. Für Kutschfahrten fallen gesonderte Kosten an.

Mittelalterliches Handwerk auf dem Domhof

Der Domhof führt rund um die Priesterhäuser und den Dom St. Marien in das Mittelalter und die frühe Neuzeit. Die historischen Gebäude bilden die Kulisse für Handwerksvorführungen, Theater und Musik.

Besucher erfahren unter anderem, wie aus Flachs Leinen entsteht. Schnitzer und weitere Handwerker zeigen ihre Arbeit und erklären Materialien sowie Techniken früherer Jahrhunderte.

Die Priesterhäuser sind an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Begleitend zur Sonderausstellung „ERINNERNS_WERT. Jüdische Spuren in Zwickau“ können Besucher ihren Namen in hebräischer Schrift schreiben lassen. Außerdem erhalten sie Einblicke in die Bräuche zum jüdischen Neujahr Rosch ha-Schana.

Das Wandertheater Passelande zeigt im Innenhof der Priesterhäuser das Märchen „Tamaš und der Mond“. Die Inszenierung verbindet Marionetten, Musik und Seiltanz.

Auch die Kunstsammlungen Zwickau öffnen den ZwischenRAUM. Vor dem Gebäude lädt eine historische Druckwerkstatt dazu ein, den Linolschnitt selbst auszuprobieren.

Hauptmarkt erinnert an Robert Schumann

Auf dem Hauptmarkt steht das 19. Jahrhundert im Mittelpunkt. Die Bürgerhäuser bilden die Kulisse für Biedermeier, Kleinkunst und historisches Schauhandwerk.

Besucher können die Papierherstellung kennenlernen, bei Kunsthandwerkern und Direktvermarktern stöbern oder sich in historischer Kleidung fotografieren lassen.

Das Robert-Schumann-Haus öffnet an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr. Zum Programm gehören ein Drehorgelklavier, Einblicke in die Arbeit eines Klavierstimmers und die Grammophonvorführung „Schumann auf Schellack“.

Am Sonnabend sind ein offenes Singen mit Volksliedern und Musik am Clara-Wieck-Flügel vorgesehen. Am Sonntag folgen Puppentheater und Musik am Wilhelm-Wieck-Flügel.

Ratsschulbibliothek und Stadtarchiv präsentieren alte Bilder, Bücher und historische Ansichten. Kinder und Erwachsene können Papier schöpfen, Gebäude gestalten oder die altdeutsche Schrift ausprobieren.

Kornmarkt zeigt Zwickaus Industriegeschichte

Auf dem Kornmarkt führt die Zeitreise von der Industrialisierung bis in die jüngere Vergangenheit. Innungen und Unternehmen zeigen, wie sich Handwerk und Technik über Generationen verändert haben.

Die Bauinnung bringt eine historische Schälmaschine mit. Auch Dachdecker, Schmiede und Tischler stellen ihre Berufe vor. An einer Hammerschmiede lässt sich die Arbeit mit glühendem Metall beobachten.

Besucher können zudem Maurerarbeiten mit Mörtel ausprobieren. Historische Werkzeuge und Informationen erklären die Entwicklung der Berufe des Maurers und Stahlbetonbauers.

Das August Horch Museum erinnert an Zwickaus Automobilgeschichte. Ein Horch 951 und ein Trabant P 50 SW II werden auf dem Kornmarkt ausgestellt.

Kutschfahrten und Führungen durch Zwickau

Historische Postkutschen und weitere Kutschen starten an beiden Tagen stündlich ab 12 Uhr gegenüber dem Robert-Schumann-Haus. Die Karten sind im Museum erhältlich.

Eine Fahrt kostet acht Euro. Der ermäßigte Preis beträgt fünf Euro.

Zusätzlich beginnen am Robert-Schumann-Haus mehrere Stadtführungen. Am Sonnabend startet um 11.30 Uhr „Eine Zeitreise ins Mittelalter“. Um 14 Uhr folgt „Aufbruch in eine neue Zeit“, bevor um 16.30 Uhr die Führung „Wo einst Robert Schumann weilte“ beginnt.

Am Sonntag startet um 11.30 Uhr die Schumann-Führung. „Aufbruch in eine neue Zeit“ beginnt erneut um 14 Uhr. Den Abschluss bildet um 16.30 Uhr die Zeitreise ins Mittelalter.

Das Historische Markttreiben verbindet damit die wichtigsten Epochen der Zwickauer Geschichte. Besucher können die Vergangenheit nicht nur betrachten, sondern an zahlreichen Stationen selbst ausprobieren.

Quelle: Stadtverwaltung Zwickau, Kulturamt und Presse- und Oberbürgermeisterbüro