ZITTAU. Eine traditionsreiche Idee des europäischen Radsports kehrt auf Sachsens Straßen zurück. Vom 11. bis 13. September führt der European Peace Ride rund 200 Teilnehmer durch Deutschland und Tschechien. Zu den bekanntesten Fahrern gehört der frühere Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich.
500 Kilometer und 6.000 Höhenmeter
Die Strecke beginnt in Zittau und führt zunächst über die Grenze ins tschechische Liberec. Von dort geht es über Dresden bis nach Chemnitz. Insgesamt müssen die Teilnehmer rund 500 Kilometer und etwa 6.000 Höhenmeter bewältigen.
Damit ist die Fahrt kein gemütlicher Ausflug. Lange Tagesetappen, Anstiege und wechselnde Bedingungen verlangen Ausdauer und Konzentration. Der European Peace Ride versteht sich dennoch nicht als klassisches Profirennen. Begegnung, grenzüberschreitender Austausch und gemeinsames Fahren stehen im Mittelpunkt.
Die Route verbindet Regionen, die historisch eng miteinander verflochten sind. Sachsen und Nordböhmen teilen wirtschaftliche, kulturelle und familiäre Beziehungen. Der Sport soll diese Verbindung sichtbar machen.
Jan Ullrich sorgt für Aufmerksamkeit
Mit Jan Ullrich erhält die Veranstaltung einen prominenten Teilnehmer. Der gebürtige Rostocker gewann 1997 als bislang einziger Deutscher die Tour de France. Seine Teilnahme dürfte zahlreiche Radsportfreunde an die Strecke ziehen.
Ullrichs Karriere steht für außergewöhnliche sportliche Erfolge, aber auch für die tiefen Brüche des internationalen Profiradsports. Beim European Peace Ride geht es jedoch nicht um eine Rückkehr in den Wettkampf. Seine Teilnahme verleiht der Fahrt vor allem öffentliche Aufmerksamkeit.
Für eine ostdeutsche Veranstaltung besitzt sein Start zusätzliche Symbolkraft. Ullrich begann seine sportliche Laufbahn im DDR-Nachwuchssystem und entwickelte sich später zu einem der bekanntesten deutschen Sportler.
Die Steile Wand wartet
Zu den markanten Punkten der Strecke gehört die Steile Wand von Meerane. Der Anstieg ist eng mit der Geschichte der früheren Internationalen Friedensfahrt verbunden. Tausende Zuschauer standen dort regelmäßig am Straßenrand, wenn sich die Fahrer über das Kopfsteinpflaster quälten.
Diese Erinnerung soll beim European Peace Ride nicht lediglich als nostalgische Kulisse dienen. Die Veranstalter knüpfen an die verbindende Idee der Friedensfahrt an, ohne das historische Rennen einfach zu kopieren.
Die heutige Strecke ist in eine völlig andere politische und sportliche Zeit eingebettet. Grenzen zwischen Sachsen und Tschechien lassen sich ohne Kontrollen überqueren. Gerade deshalb kann die Fahrt zeigen, welchen Wert offene Verbindungen in Mitteleuropa besitzen.
Chancen für Städte und Vereine
Die Etappen bieten den beteiligten Städten die Möglichkeit, sich als Radsport- und Tourismusregion zu präsentieren. Besonders Zittau und die Oberlausitz können mit ihrer Lage im Dreiländereck sowie ihren anspruchsvollen Strecken punkten.
Auch örtliche Vereine profitieren von der Aufmerksamkeit. Radsportveranstaltungen können Kinder und Jugendliche für Bewegung begeistern und auf bestehende Trainingsangebote aufmerksam machen. Voraussetzung ist, dass die Veranstaltung nicht nur prominente Namen präsentiert, sondern die regionalen Strukturen einbezieht.
Für Besucher sind Verkehrsbehinderungen entlang der Strecke möglich. Entscheidend wird deshalb eine rechtzeitige Information über Sperrungen, Durchfahrtszeiten und geeignete Zuschauerpunkte sein.
Der European Peace Ride verbindet Spitzensportgeschichte, europäische Nachbarschaft und regionale Identität. Mit Jan Ullrich erhält die Fahrt ein bekanntes Gesicht. Ihre eigentliche Stärke liegt jedoch in der Strecke: von der Oberlausitz über Nordböhmen und Dresden bis nach Chemnitz – gemeinsam über Grenzen hinweg.
Quelle
Freistaat Sachsen, Medienservice Sachsen, Medieninformation zum European Peace Ride 2026, 8. September 2026