Senftenberg. Fünf Seen, rund 17 Kilometer und ein ganzer Tag im Wasser: Die tschechische Freiwasser- und Langstreckenschwimmerin Pavla Petrová will am 17. September 2026 das Lausitzer Seenland auf einer außergewöhnlichen Route durchqueren. Ihr Weg führt vom Stadthafen Senftenberg über den Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer und Sedlitzer See bis zum Stadtstrand am Großräschener See.
Das Vorhaben trägt den Namen „Five Lakes, One Way“. Dabei geht es der 49-jährigen Schwimmerin aus Rumburk nach Angaben der Veranstalter nicht um einen sportlichen Rekord. Petrová versteht die Tour vielmehr als Zeichen für die Verbindung der Seen, für den Wandel der früheren Tagebaulandschaft und für das grenzüberschreitende Miteinander in der Lausitz.
Start bei Sonnenaufgang in Senftenberg
Der Start ist am Donnerstag, 17. September, um 6.45 Uhr am Stadthafen Senftenberg geplant. Bereits um 6.15 Uhr sollen sich die Schwimmerin und die beteiligten Helfer zu einer letzten Besprechung treffen. Dabei werden unter anderem Wetter, Sicherheit, Kommunikation und Verpflegung abgestimmt.
Die erste Etappe führt rund drei Kilometer über den Senftenberger See. Dafür sind etwa 65 Minuten vorgesehen. Gegen 7.50 Uhr soll Petrová den Bereich vor dem Koschener Kanal erreichen. Der Kanal selbst wird nicht schwimmend, sondern mit einem Begleitboot passiert.
Nach der Schleusung soll gegen 8.55 Uhr die zweite Schwimmetappe auf dem Geierswalder See beginnen. Auch dieser Abschnitt ist etwa drei Kilometer lang. Anschließend geht es per Boot durch den Barbara-Kanal zum Partwitzer See. Dort warten weitere 3,5 Kilometer im offenen Wasser.
Die längste Einzeletappe führt über den Sedlitzer See. Für die vier Kilometer werden etwa eine Stunde und 27 Minuten veranschlagt. Vor der Passage des Ilse-Kanals ist eine größere Pause eingeplant, in der sich Petrová verpflegen und aufwärmen kann. Das Zeitfenster für die Bootsfahrt durch den Kanal liegt zwischen 15.30 und 15.45 Uhr.
Gegen 16 Uhr soll schließlich die letzte Schwimmetappe auf dem Großräschener See beginnen. Nach weiteren 3,5 Kilometern wird die Ankunft am Stadtstrand Großräschen gegen 17.15 Uhr erwartet. Der Zeitplan nennt 17.15 bis 17.20 Uhr als realistische Zielzeit. Abhängig von Wetter, Wasserständen und dem körperlichen Zustand der Schwimmerin kann sich der Ablauf jedoch verändern.
Mehr als sechs Stunden reine Schwimmzeit
Insgesamt umfasst die geplante Schwimmstrecke etwa 17 Kilometer. Bei einem kalkulierten durchschnittlichen Tempo von zwei Minuten und zehn Sekunden je 100 Meter ergibt sich eine reine Schwimmzeit von rund sechs Stunden und zehn Minuten. Hinzu kommen die Fahrten durch die Verbindungskanäle sowie Pausen, Übergaben und Sicherheitskontrollen.
Petrová schwimmt nach eigenen Angaben regelmäßig zwischen 20 und 25 Kilometer pro Woche. Schwimmen lernte sie bereits im Alter von sechs Jahren. Später war sie als Leistungsschwimmerin aktiv. Nach einer längeren Pause nahm sie mit 38 Jahren das Training wieder auf. Das Lausitzer Seenland kennt sie von früheren Aufenthalten am Bärwalder See.
„Ich schwimme nicht gegen das Wasser. Das Wasser trägt mich“, beschreibt Petrová ihre Haltung. Im offenen Wasser verbänden sich für sie Freiheit, Tiefe und Weite. Das gleichmäßige Zusammenspiel aus Bewegung und Atmung könne zu einem Zustand führen, in dem Gedanken stiller würden. Schwimmen werde für sie dann zu einer Form der Meditation.
Mit dem Fünf-Seen-Schwimmen möchte Petrová die Gewässer nach eigener Aussage nicht bezwingen. Sie wolle sie miteinander verbinden. Die aus ehemaligen Tagebauen entstandene Wasserlandschaft stehe für sie beispielhaft dafür, wie aus tiefgreifender Veränderung etwas Neues entstehen könne.
Wasserwachten sichern die fünf Etappen ab
Während der gesamten Tour wird die Schwimmerin von motorisierten Booten begleitet. Die Wasserwacht Senftenberg übernimmt die Absicherung der ersten Etappe auf dem Senftenberger See. Ab dem Koschener Kanal bis zum Ziel liegt diese Aufgabe bei der Wasserwacht Hoyerswerda.
Das Schwimmen in den Verbindungskanälen ist nicht erlaubt. Deshalb werden der Koschener, Barbara-, Rosendorfer und Ilse-Kanal ausschließlich mit dem Boot passiert. Das gilt ebenso für die Sicherheitsbereiche vor den jeweiligen Kanaleinfahrten.
Vor und während der Tour werden Wetterlage, Wind, Wellen, Sicht, Wassertemperatur und Wasserstände kontrolliert. Die endgültige Startfreigabe soll erst am Veranstaltungstag in Abstimmung mit der Wasserwacht erfolgen. Falls die Bedingungen eine sichere Fortsetzung nicht zulassen, hat ein Abbruch Vorrang vor dem Absolvieren aller fünf Etappen.
Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem von den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Bautzen, den Wasserwachten in Senftenberg und Hoyerswerda, den Zweckverbänden Lausitzer Seenland Brandenburg und Sachsen sowie dem Tourismusverband Lausitzer Seenland.
Quellen
Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V., Presseinformation „Fünf-Seen-Schwimmen Five Lakes, One Way“ vom 7. September 2026 Zeitplan zum Fünf-Seen-Schwimmen am 17. September 2026