Die Verlagerung deutscher Rüstungsproduktion in unterirdische Anlagen während des Zweiten Weltkrieges steht am Mittwoch, 26. August, im Mittelpunkt eines Vortrags in Zittau. Heiko Triesch vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr Berlin spricht im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster über die Produktion des Jagdflugzeugs Messerschmitt Me 262 und den massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern. Beginn ist um 17 Uhr.

Rüstungsproduktion sollte vor Luftangriffen geschützt werden

Wie die Städtischen Museen Zittau mitteilen, intensivierten insbesondere die USA und Großbritannien während des Zweiten Weltkrieges ihre Luftangriffe auf das Deutsche Reich. Dadurch geriet auch die Rüstungsindustrie zunehmend unter Druck.

Ab Herbst 1943 wurden deshalb verstärkt Produktionsstätten in vermeintlich bombensichere oder gut getarnte Anlagen verlagert. Vorgesehen waren unter anderem Bunker, Stollenanlagen und sogenannte Waldwerke.

Zwangsarbeiter mussten Anlagen errichten

Die Errichtung der Fabriken und ein großer Teil der späteren Produktion sollten nach Angaben des Museums überwiegend durch Zwangsarbeiter erfolgen.

Die Verlagerungsprojekte wurden unter extremen Bedingungen durchgeführt. Zehntausende entrechtete Häftlinge verloren dabei bis zum Kriegsende ihr Leben.

Viele Projekte brachten kaum Produktion

Trotz des enormen Einsatzes von Menschen und Material erreichten viele der geplanten Anlagen ihr Ziel nicht.

Nach Angaben der Pressemitteilung nahmen bis Mai 1945 nur wenige Einrichtungen tatsächlich den Betrieb auf. Auch die dort produzierte Menge an Rüstungsgütern blieb vergleichsweise gering.

Vortrag beleuchtet Hintergründe und Folgen

Heiko Triesch will in Zittau einen Überblick über die Hintergründe, die praktische Umsetzung und die Ergebnisse der Verlagerungsprojekte geben.

Der Vortrag trägt den Titel „Aus der Hölle in den Himmel. Die Produktion des Jagdflugzeuges Messerschmitt Me 262 durch Zwangsarbeiter in unterirdischen Rüstungsfabriken“.

Anmeldung für Vortrag erbeten

Die Veranstaltung findet am 26. August um 17 Uhr im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster statt.

Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt drei Euro. Das Museum bittet um vorherige Anmeldung per E-Mail oder telefonisch.

Quelle:

Städtische Museen Zittau, Pressemitteilung vom 11. August 2026.