Felder, Wiesen und Wälder können aus der Luft eine zweite Geschichte erzählen. Farbunterschiede, Bodenmerkmale und ungewöhnliche Formen verraten Fachleuten, wo sich unter der Oberfläche frühere Siedlungen, Befestigungen oder Verkehrswege befinden.

Ausstellung läuft noch bis Ende August

Die Städtischen Museen Zittau zeigen im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster die Ausstellung „Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen“.

Die gemeinsam mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen entwickelte Schau ist noch bis zum 30. August 2026 geöffnet. Sie präsentiert Luftaufnahmen, Geländemodelle und archäologische Fundstücke.

Das Landesamt erkundet die sächsische Fundlandschaft seit mehr als 30 Jahren systematisch aus dem Flugzeug. Die Aufnahmen ermöglichen Erkenntnisse über Bodendenkmale, ohne die Fundstellen durch Grabungen zu verändern.

Pflanzen verraten Strukturen im Untergrund

Archäologische Überreste sind an der Oberfläche häufig nicht unmittelbar sichtbar. Mauern, Gräben oder verfüllte Siedlungsbereiche können jedoch beeinflussen, wie Pflanzen wachsen oder wie schnell Böden austrocknen.

Bei geeigneten Licht- und Wetterbedingungen entstehen aus der Luft erkennbare Linien, Kreise oder rechteckige Strukturen. Ein geschultes Auge kann daraus Hinweise auf frühere Gebäude, Wege oder Befestigungsanlagen ableiten.

Luftbildarchäologie gilt deshalb als zerstörungsfreie Untersuchungsmethode. Sie dokumentiert Fundstellen, ohne zunächst in den Boden eingreifen zu müssen.

Besucher können selbst nach Spuren suchen

Die Ausstellung erklärt nicht nur die wissenschaftliche Arbeit. Besucher können sich nach Angaben der Museen auch selbst darin versuchen, archäologische Auffälligkeiten in Luftaufnahmen zu erkennen.

Geländemodelle veranschaulichen ausgewählte Fundorte. Ergänzt wird die Schau durch Objekte aus der archäologischen Sammlung der Städtischen Museen Zittau.

Damit verbindet die Ausstellung moderne Dokumentationstechnik mit konkreten Gegenständen aus vergangenen Zeiten.

Exkursion führt zu slawischen Burgwällen

Zum Begleitprogramm gehört am 15. August eine Exkursion zu den slawischen Burgwällen von Schöps bei Reichenbach. Die Führung übernimmt der Archäologe und frühere Zittauer Museumsleiter Dr. Gunter Oettel.

Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Schanze 5 im Reichenbacher Ortsteil Schöps. Die Museen empfehlen festes Schuhwerk. Die An- und Abreise erfolgt mit dem eigenen Fahrzeug.

Eine Anmeldung ist bis zum 13. August beim Museum erforderlich.

Vortrag über mittelalterliche Silberbergwerke

Am 18. August folgt ein weiterer Programmpunkt. Dr. Christiane Hemker spricht über die Montanarchäologie im Welterbe und die hochmittelalterlichen Silberbergwerke von Dippoldiswalde.

Der Vortrag stellt die sächsischen Funde in einen Zusammenhang mit der europäischen Forschung.

Damit richtet sich die Ausstellung nicht nur an Fachleute. Sie bietet auch Familien, Geschichtsinteressierten und Besuchern ohne archäologische Vorkenntnisse einen verständlichen Zugang zu verborgenen Landschaftsspuren.

Archäologie beginnt nicht erst mit dem Spaten

Die Schau macht deutlich, dass archäologische Forschung längst nicht ausschließlich aus Ausgrabungen besteht. Bevor ein Spaten angesetzt wird, können Luftbilder, Vermessungsdaten und Geländemodelle wertvolle Hinweise liefern.

Das schützt empfindliche Fundstellen und hilft dabei, Untersuchungen gezielter vorzubereiten. Gleichzeitig entsteht ein umfassendes Archiv der sächsischen Kulturlandschaft.

Bis zum 30. August bleibt noch Zeit, die Ausstellung im Franziskanerkloster zu besuchen.

Quellen

Große Kreisstadt Zittau und Städtische Museen Zittau – Informationen zur Sonderausstellung „Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen“, abgerufen am 4. August 2026

Landesamt für Archäologie Sachsen und Städtische Museen Zittau – Ausstellungsfaltblatt und Begleitprogramm 2026

Zittauer Stadtanzeiger – Programm der Ausstellung und der begleitenden Veranstaltungen, März 2026