Ein bekanntes Zeugnis der schwedischen Geschichte Stralsunds ist wieder an seinen Platz zurückgekehrt. Am 20. August 2026 wurde der restaurierte Carl-XII.-Denkstein erneut am Frankenkronwerk eingesetzt, nachdem Witterung, Kriegsspuren und jahrhundertelanger Verfall eine umfangreiche Sicherung notwendig gemacht hatten.
Carl-XII.-Denkstein erinnert an Stralsunds schwedische Geschichte
Der historische Stein erinnert an den Aufenthalt des schwedischen Königs Carl XII. im Jahr 1715. Während der Belagerung Stralsunds soll sich sein gewöhnliches Nachtlager im Bereich des Frankenkronwerks befunden haben.
Eine schwedische Inschrift auf dem Denkstein verweist bis heute auf dieses Ereignis. Gerade bei Gästen aus Schweden besitzt das Denkmal deshalb eine besondere Bedeutung.
Stralsund gehörte über lange Zeit zum schwedischen Herrschaftsgebiet in Vorpommern. Der Denkstein macht diese gemeinsame Geschichte bis heute unmittelbar im Stadtbild sichtbar.
Denkstein wurde 1849 am Frankenkronwerk eingeweiht
Nach mehreren Veränderungen gelangte der Stein zunächst ins Stralsunder Rathaus. Im Jahr 1849 wurde er schließlich wieder am Frankenkronwerk angebracht.
Die feierliche Einweihung fand am 27. September 1849 statt. Vertreter der Regierung und des Magistrats nahmen daran ebenso teil wie Repräsentanten des schwedischen Konsulats, schwedische Schiffskapitäne, Offiziere und Mitglieder der Schützengilde.
Zeitgenössische Berichte zeigen, welchen Stellenwert das Ereignis damals hatte. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Stein damit zu einem sichtbaren Symbol der Verbindung zwischen Stralsund und Schweden.
Restaurierung des Carl-XII.-Denksteins kostete rund 26.000 Euro
Über viele Jahrzehnte blieb das Denkmal Witterungseinflüssen, Kriegsschäden und allgemeinem Verfall ausgesetzt. Als Anfang 2023 das Frankenkronwerk einschließlich des Außenmauerwerks saniert wurde, nutzte die Stadt die Gelegenheit für eine grundlegende Restaurierung des Steins.
Die Natursteinplatte wurde ausgebaut, konserviert und statisch stabilisiert. Außerdem wurde die historische Inschrift erneuert.
Die Gesamtkosten der Maßnahme beliefen sich nach Angaben der Hansestadt auf rund 26.000 Euro. Das Bürgerkomitee „Rettet die Altstadt“ e.V. unterstützte das Projekt mit 3.000 Euro.
Einschusslöcher am Denkstein bleiben als Geschichtsspuren sichtbar
Die Restaurierung stellte die Fachleute vor besondere Herausforderungen. Der Stein besteht aus schwedischem Kalkstein und war nach Angaben des Restaurators Boris Frohberg stark beschädigt.
Besonders sensibel war der Umgang mit historischen Beschädigungen. Dazu gehören sichtbare Einschusslöcher, die bewusst als Spuren der Geschichte behandelt wurden.
Damit sollte der Stein nicht auf einen vermeintlichen Neuzustand zurückgesetzt werden. Seine jahrhundertealte Geschichte und die sichtbaren Folgen vergangener Ereignisse bleiben Teil des Denkmals.
Frankenkronwerk bewahrt deutsch-schwedische Geschichte Stralsunds
Für die Hansestadt besitzt der restaurierte Denkstein weit mehr als dekorativen Wert. Der städtische Beauftragte für Kunst- und Kulturbesitz, Dr. Burkhard Kunkel, bezeichnet ihn als bedeutendes Zeugnis der Erinnerungskultur.
Besonders schwedische Besucher nehmen das Denkmal nach Angaben der Stadt aufmerksam wahr. Durch seinen Standort am Frankenkronwerk verbindet es die Geschichte Carls XII. unmittelbar mit einem historischen Schauplatz.
Nach Abschluss noch ausstehender Restarbeiten soll der Denkstein vollständig in seiner restaurierten Form zu sehen sein. Damit erhält Stralsund eines seiner besonderen Zeugnisse der deutsch-schwedischen Geschichte dauerhaft zurück.
Quelle: Hansestadt Stralsund, Pressestelle.