Ein lange erwartetes Umweltprojekt im Spremberger Ortsteil Cantdorf ist gestartet. Der stark verkrautete und zunehmend verlandete Wiesenteich soll entschlammt, ökologisch aufgewertet und wieder zu einem stabilen Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten entwickelt werden.

Am Mittwochmittag, 5. August 2026, wurde die Renaturierung offiziell begonnen. Die Arbeiten werden sich über mehrere Monate erstrecken und bis weit in das kommende Jahr dauern.

Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier zeigte sich erleichtert, dass die Maßnahme nach rund 30 Jahren mit Diskussionen sowie langwierigen Bemühungen um Fördermittel und Akzeptanz umgesetzt werden kann.

Teich erhält unterschiedliche Wassertiefen

Ein wesentliches Ziel der Arbeiten ist es, den Wiesenteich zu entschlammen und seine weitere Verlandung zu verhindern. Künftig sollen wieder unterschiedliche Wassertiefenzonen zwischen einem und zwei Metern entstehen.

Zudem werden Inseln angelegt, auf die sich Vögel insbesondere während der Brutzeit zurückziehen können. Durch die Renaturierung sollen verschiedene Artengruppen geschützt und in ihrer Entwicklung gefördert werden.

Der verbesserte Wasserrückhalt soll außerdem dafür sorgen, dass der Teich auch bei Niedrig- und Mittelwasser ausreichende Mindestwassertiefen behält.

Saugbagger entfernt Schlamm und Sedimente

Für die Entschlammung kommt ein Saugbagger zum Einsatz. Dieser nimmt die Schlamm- und Sedimentmassen aus dem Teich auf. Anschließend werden sie in einem nahe gelegenen Sedimentationsbecken getrocknet.

Zwischen März und voraussichtlich Juli 2027 sollen die getrockneten Sedimente über den Amselweg abtransportiert und entsorgt werden. Die eigentlichen Arbeiten im Teich sollen nach Angaben der Stadt bis zum Frühjahr beendet sein.

Schutzmaßnahmen für Tiere und Pflanzen

Im Zuge der Renaturierung wird auch das Auslaufbauwerk des Wiesenteichs instand gesetzt. Darüber hinaus sind landschaftspflegerische Arbeiten vorgesehen.

Für notwendige Baumfällungen sollen Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Amphibien- und Reptilienschutzzäune sollen verhindern, dass Tiere während der Bauarbeiten in gefährdete Bereiche gelangen.

Bund und Land übernehmen sämtliche Kosten

Die Renaturierung kostet rund 4,32 Millionen Euro und wird vollständig aus Fördermitteln finanziert. Der Bund übernimmt mit etwa 3,5 Millionen Euro rund 80 Prozent der Kosten. Die verbleibenden 20 Prozent trägt das Land Brandenburg.

Die Bundesmittel stammen vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Kofinanzierung erfolgt durch das brandenburgische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz.

Angler warten seit Jahren auf die Sanierung

Neben der ökologischen Bedeutung spielt der Wiesenteich auch für die örtlichen Angler eine wichtige Rolle. Sie warten nach Angaben der Stadt seit Jahren darauf, das Areal wieder nutzen zu können.

Eberhard Brünsch vom Kreisanglerverein Spremberg dankte der Stadt für ihr Durchhaltevermögen. Auch Cantdorfs Ortsvorsteher René Nakoinz begrüßte den Beginn der Arbeiten.

Quellen

Stadtverwaltung Spremberg/Grodk – Pressemitteilung 197/2026 „Start für aufwendige Renaturierung des Cantdorfer Wiesenteichs“, veröffentlicht am 5. August 2026.

Brandenburg / Spremberg: Renaturierung des Cantdorfer Wiesenteichs gestartet

Der Cantdorfer Wiesenteich in Spremberg wird für rund 4,32 Millionen Euro entschlammt und ökologisch aufgewertet. Geplant sind unterschiedliche Wassertiefen, geschützte Vogelinseln und Maßnahmen für Amphibien und Reptilien. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 2027.