Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaft steht nach Einschätzung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Sinkende Erzeugerpreise treffen auf weiterhin hohe Produktionskosten. Die Landesregierung wolle die rund 5.000 Betriebe unterstützen, weil regionale Lebensmittelversorgung und Landwirtschaft für das Land von besonderer Bedeutung seien.

Schwesig besucht Betriebe im Landkreis

Wie die Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, besuchte Schwesig gemeinsam mit Bauernverbandspräsident Karsten Trunk mehrere landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Zum Auftakt informierten sich beide beim Landwirtschaftsbetrieb Schmüser in Hagenow über Milcherzeugung, Futtermittelanbau und die betriebseigene Biogasanlage.

Anschließend stand die Gut Rögnitztal GmbH mit ihrer Schweineproduktion auf dem Programm. Am Nachmittag wollte sich die Ministerpräsidentin bei der MFM Agrargenossenschaft Neu Kaliß über die Kartoffelernte informieren.

531 Biogasanlagen im Land

Ein Schwerpunkt der Gespräche war die Zukunft der Biogasanlagen. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben Schwesigs 531 Anlagen, deren Betreiber nach Ablauf der 20-jährigen garantierten Einspeisevergütung an Ausschreibungen teilnehmen müssen.

Die Ministerpräsidentin fordert deshalb eine höhere Ausschreibungsmenge und hat sich nach eigenen Angaben bereits an Bundeswirtschaftsministerin Reiche gewandt. Biogas solle sowohl ein wirtschaftliches Standbein der Landwirtschaft als auch Bestandteil der dezentralen Wärmeversorgung bleiben.

Erzeugerpreise setzen Betriebe unter Druck

Auch bei einer ordentlichen Ernte bleibe die wirtschaftliche Situation vieler Höfe angespannt. Schwesig verwies auf sinkende Erzeugerpreise bei gleichzeitig hohen Produktionskosten und sagte den rund 5.000 landwirtschaftlichen Betrieben im Land Unterstützung zu.

Als bereits erreichte Maßnahmen nennt die Staatskanzlei den Einsatz Mecklenburg-Vorpommerns für die Wiedereinführung des Agrardiesels auf Bundesebene. Zudem steht der Ortungsdienst für landwirtschaftliche Anwendungen über das Open-RTK-Signal seit 2024 im Land kostenfrei zur Verfügung.

Streit über künftige EU-Förderung

Schwesig richtet den Blick zugleich auf die künftige europäische Agrarpolitik. Mecklenburg-Vorpommern lehnt nach ihrer Darstellung eine Kappung und Degression der Förderung ab und fordert eine weiterhin eigenständige und verlässliche Unterstützung für Landwirtschaft und ländliche Räume.

Besonders größere Betriebe dürften nach Auffassung der Ministerpräsidentin nicht benachteiligt werden. Solche Betriebsstrukturen seien für Mecklenburg-Vorpommern typisch und zugleich für eine leistungsfähige Lebensmittelproduktion von Bedeutung.

Landwirtschaft bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Landesregierung hebt die Land- und Ernährungswirtschaft als wichtigen Bestandteil der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns hervor. Schwesig bezeichnete sie als modern und leistungsfähig und betonte zugleich die Bedeutung regional erzeugter Lebensmittel. Die Erntebereisung endet traditionell mit einem Gespräch zwischen der Landesregierung, dem Präsidium des Bauernverbandes und Vertretern der Kreisbauernschaften.

Quelle: Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, Pressemitteilung Nr. 189/2026 vom 12. August 2026.