Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern hat am 14. August eine neue Informationsplattform zu hybriden Bedrohungen gestartet. Der Verfassungsschutz warnt vor Manipulationswellen rund um die Landtagswahl, weil ausländische Akteure gesellschaftliche Konflikte gezielt verstärken wollen.
Ost-West-Spaltung wird gezielt aufgegriffen
Seit Juni 2026 hat das Bundesamt für Verfassungsschutz nach Angaben des Innenministeriums mehrere ausländische Manipulationswellen registriert. Die Kampagnen sollen Menschen verunsichern und polarisieren sowie Einfluss auf ihr Wahlverhalten nehmen.
Besonders bemerkenswert ist die Auswahl der Themen. Neben Angriffen auf Kandidaten, der wirtschaftlichen Lage und der deutschen Unterstützung für die Ukraine wird nach Angaben des Landes ausdrücklich auch die gesellschaftliche Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschen für Desinformationskampagnen genutzt.
KI macht Manipulation schwerer erkennbar
Falsche oder irreführende Informationen verbreiten sich laut Innenministerium vor allem über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste. Bilder, Videos und Audiodateien können inzwischen zudem mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugt oder verändert werden.
Das Land nennt starke Emotionalisierung, fehlende Quellen, künstliche Empörung, extremen Zeitdruck und vereinfachte Schuldzuweisungen als typische Warnsignale. Bürger sollen Quellen prüfen, Inhalte nicht ungeprüft weiterleiten und Bilder sowie Videos kritisch betrachten.
Falschbehauptungen über Wahlauszählung erwartet
Mit näher rückendem Wahltermin rechnen die Sicherheitsbehörden auch mit Versuchen, Zweifel an der korrekten Durchführung der Abstimmung zu erzeugen. Besonders die Auszählung der Stimmen könnte nach Einschätzung des Innenministeriums zum Gegenstand irreführender Behauptungen werden.
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September 2026 statt. Die Wahllokale sind an diesem Tag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Mecklenburg-Vorpommern baut Abwehrstrukturen aus
Die neue Plattform „Resilient gegen hybride Bedrohungen“ bündelt Informationen, Verhaltensempfehlungen, Ansprechpartner und weiterführende Informationsangebote. Sie behandelt neben Desinformation auch Cyberangriffe, Spionage und Sabotage.
Der Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern fungiert als zentrale Kontaktstelle des Landes für hybride Bedrohungen. Zusätzlich organisiert er das „MV Forum Hybrid“, in dem Behörden Informationen austauschen und Maßnahmen abstimmen.
Damit rückt wenige Wochen vor der Wahl eine besondere Form politischer Einflussnahme in den Mittelpunkt: Reale gesellschaftliche Unterschiede zwischen Ost und West können für manipulierte Botschaften genutzt werden, um bestehende Konflikte weiter zu verschärfen. Die neue Informationsplattform soll Bürger dabei unterstützen, solche Versuche früher zu erkennen.
Quelle: Ministerium für Inneres und Bau Mecklenburg-Vorpommern; Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern; Bundesamt für Verfassungsschutz; Landeswahlleitung Mecklenburg-Vorpommern