Immer mehr Schweriner fahren ein Fahrzeug mit elektrischem Antrieb. Die Stadt reagiert auf diese Entwicklung mit zusätzlichen öffentlich zugänglichen Lademöglichkeiten und hat jetzt die Errichtung von 20 weiteren Säulen genehmigt.
Jede der neuen Anlagen verfügt über zwei Anschlüsse. Damit sollen in den kommenden Wochen und Monaten insgesamt 40 zusätzliche öffentliche Ladepunkte im Stadtgebiet entstehen.
Neue Ladesäulen in mehreren Stadtteilen
Die genehmigten Standorte verteilen sich auf Straßen in der Schweriner Innenstadt, der Weststadt und auf dem Dreesch.
Überwiegend handelt es sich um Normalladesäulen. Darüber hinaus sollen auch mehrere Schnellladesäulen mit einer Ladeleistung von mehr als 22 Kilowatt errichtet werden.
Welche konkreten Straßen und Stellplätze für die neuen Anlagen vorgesehen sind, geht aus der Pressemitteilung der Landeshauptstadt nicht hervor.
Zahl der Ladepunkte deutlich gestiegen
Nach Angaben der Bundesnetzagentur gab es im Dezember 2024 in Schwerin insgesamt 119 öffentlich zugängliche Ladepunkte an 53 Standorten.
Inzwischen ist das Angebot auf 181 Ladepunkte an 85 Standorten angewachsen. Durch die jetzt genehmigten Anlagen kommen weitere 40 Lademöglichkeiten hinzu.
Die Stadt verweist zugleich auf den wachsenden Bestand elektrisch angetriebener Fahrzeuge. Mittlerweile ist demnach jedes zehnte in Schwerin zugelassene Kraftfahrzeug ein Elektro- oder Hybridfahrzeug, das mit Strom geladen werden kann.
Seit November gingen 80 Anträge ein
Seit dem 1. November 2025 wurden bei der Stadtverwaltung insgesamt 80 Anträge für die Errichtung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur eingereicht.
Die meisten Anträge stammen von Energieversorgern und spezialisierten Ladesäulenanbietern. Möglich wurde das große private Interesse nach Einschätzung der Stadt auch durch eine Änderung der Sondernutzungssatzung.
Unternehmen können seitdem auf eigene Initiative Standorte für Ladesäulen auf städtischen Verkehrsflächen beantragen.
Stadt prüft jeden vorgeschlagenen Standort
Die Verwaltung gibt für die beantragten Ladesäulen konkrete Anforderungen und Obergrenzen vor. Jeder vorgeschlagene Standort wird einzeln geprüft.
Dabei geht es unter anderem um die Verkehrssicherheit, den Schutz alter Bäume und mögliche Auswirkungen auf Bestandteile des Schweriner Welterbes.
Nicht alle der bislang eingegangenen 80 Anträge werden deshalb voraussichtlich umgesetzt. An einigen Standorten könnten öffentliche oder denkmalpflegerische Interessen einer Genehmigung entgegenstehen.
„Das sichert ein wettbewerbsorientiertes, kundenfreundliches und flächendeckendes Angebot“, erklärt der Leiter des städtischen Verkehrsmanagements, Dr. Bernd-Rolf Smerdka.
Stadt freut sich über Interesse der Unternehmen
Verkehrs- und Umweltdezernent Bernd Nottebaum begrüßt die Bereitschaft privater Anbieter, in Schwerin neue Ladepunkte zu errichten.
„Wir freuen uns über das große Interesse der Unternehmen, in Schwerin Ladesäulen anzubieten“, sagt Nottebaum.
Die Stadt habe Rahmenbedingungen geschaffen, mit denen das Angebot entsprechend dem Bestand an zugelassenen Elektrofahrzeugen kontinuierlich wachsen könne.
Öffentliche Ladepunkte besonders für Mieter wichtig
Öffentlich zugängliche Ladesäulen sind vor allem für Menschen von Bedeutung, die weder eine eigene Garage noch einen privaten Stellplatz mit Wallbox besitzen.
Ohne wohnortnahe Lademöglichkeiten ist der Umstieg auf ein Elektrofahrzeug für viele Bewohner von Mehrfamilienhäusern nur schwer möglich.
Mit zusätzlichen Säulen auf öffentlichen Straßen soll das Laden deshalb auch in dicht bebauten Wohngebieten erleichtert werden.
Supermärkte und Freizeiteinrichtungen ergänzen das Netz
Neben den Anlagen auf öffentlichen Verkehrsflächen entstehen weitere Ladepunkte auf privaten Parkplätzen.
Dazu gehören Standorte an Supermärkten, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen. Autofahrer können ihr Fahrzeug dort während des Einkaufs oder eines Freizeitbesuchs laden.
Diese Angebote bilden nach Angaben der Stadt einen weiteren wichtigen Bestandteil des Schweriner Elektromobilitätskonzeptes. Auch an solchen Standorten kommen regelmäßig neue Ladesäulen hinzu.
Quellen
Landeshauptstadt Schwerin: Pressemitteilung „Schwerin baut öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur weiter aus: 20 neue Ladesäulen genehmigt – weitere Standorte stehen in Aussicht“, veröffentlicht am 5. August 2026.
Bundesnetzagentur: Statistik der öffentlich zugänglichen Ladepunkte, Angaben für die Landeshauptstadt Schwerin laut Pressemitteilung.