Das Kulturhistorische Museum Rostock lädt am Sonntag, 16. August, zu zwei öffentlichen Führungen durch seine Sammlungen und Ausstellungen ein. Im Mittelpunkt stehen zunächst 400 Jahre Landschaftsmalerei und anschließend die Entwicklung Rostocks von den mittelalterlichen Anfängen bis zur Industrialisierung.
Wie die Hanse- und Universitätsstadt Rostock mitteilt, beginnt die erste Führung um 11 Uhr. Eine Stunde später folgt eine Überblickstour durch die Dauerausstellungen des Museums.
Vier Jahrhunderte Landschaftsmalerei
Um 11 Uhr führt das Museum durch die Sonderausstellung „EIN und AUS. BLICKE. Landschaftsmalerei aus vier Jahrhunderten“.
Rund 60 Gemälde sollen zeigen, wie sich die Darstellung von Natur über mehrere Jahrhunderte verändert hat. Die Ausstellung reicht von Landschaften als religiöser Bildkulisse über romantische Naturdarstellungen bis zur Freilichtmalerei des 19. Jahrhunderts.
Anlass der Schau ist nach Angaben des Museums das 185. Jubiläum der Erfindung der verschließbaren Farbtube. Diese technische Neuerung erleichterte Künstlern das Arbeiten außerhalb des Ateliers und beeinflusste damit auch die Entwicklung der Freilichtmalerei.
Zu sehen sind zudem mehrere aufwendig restaurierte Werke, die nach längerer Zeit erstmals wieder öffentlich präsentiert werden.
Zeitreise durch Rostocks Geschichte
Um 12 Uhr beginnt die zweite Führung unter dem Titel „Rostock. 1200 bis 1850“.
Die Dauerausstellung zeichnet die Entwicklung der Hansestadt von ihren frühen Jahrhunderten bis zum Beginn der Industrialisierung nach. Thematisiert werden unter anderem Wohnen, Arbeiten und Glauben sowie politische und gesellschaftliche Veränderungen.
Exponate sollen verdeutlichen, wie sich Rostock im Laufe der Jahrhunderte wandelte und aus einer vom Handwerk geprägten Stadt zunehmend ein Industriestandort wurde.
Mittelalterliche Kunst und verfemte Werke
Zur Führung gehören weitere bedeutende Teile der Museumssammlung.
Dazu zählt sakrale Kunst des Mittelalters mit dem ehemaligen Hochaltar der Rostocker St. Johanniskirche aus dem 15. Jahrhundert.
Das Kulturhistorische Museum besitzt außerdem nach eigenen Angaben das weltweit größte Konvolut sogenannter „verfemter Kunst“. Dabei handelt es sich um Werke, die während der nationalsozialistischen Herrschaft als „entartet“ diffamiert und aus deutschen Museen beschlagnahmt wurden.
Damit führt die Tour nicht nur durch die Stadtgeschichte, sondern berührt zugleich zentrale Kapitel deutscher Kunst- und Zeitgeschichte.
Teilnahme kostet drei Euro
Für jede der beiden Führungen werden drei Euro pro Teilnehmer erhoben.
Das Museum empfiehlt eine vorherige Anmeldung. Die erste Führung beginnt um 11 Uhr, die zweite um 12 Uhr.
Quelle:
Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Pressemitteilung zu den öffentlichen Führungen im Kulturhistorischen Museum Rostock am 16. August 2026.