Sechs Tage Pfadfinderleben, offene Feuer, Workshops, Spiele und eine große biblische Geschichte: Die Royal Rangers aus Pulsnitz sind vom diesjährigen Distriktcamp nahe dem Flugplatz Leipzig-Altenburg zurückgekehrt. Gemeinsam mit insgesamt 1.430 Teilnehmern ab neun Jahren aus den neuen Bundesländern verbrachten die christlichen Pfadfinder dort eine ereignisreiche Campwoche unter dem Motto „Exodus“.
Die Pulsnitzer Gruppe blickt nach Angaben ihres Stammleiters Tilo Schönherr mit vielen positiven Erinnerungen auf das Treffen zurück.
Kohten und Jurten statt gewöhnlicher Zelte
Das Leben auf dem Campgelände orientierte sich am klassischen Pfadfinderalltag.
Die Teilnehmer errichteten sogenannte Kohten und Jurten und bereiteten ihre Mahlzeiten gemeinsam über offenen Feuern zu. Von Montag bis Samstag war das Programm mit unterschiedlichen Aktivitäten gefüllt.
Dazu gehörten Workshops, Spiele, Campaufgaben und eine Campolympiade. Gleichzeitig bot das große Treffen Gelegenheit für Begegnungen und den Austausch zwischen den Gruppen aus verschiedenen Regionen Ostdeutschlands.
Am Abend öffneten Tavernen, bevor sich die Teilnehmer mit mitgebrachten oder selbstgebauten Hockern vor der großen Bühne versammelten.
Geschichte von Mose wird zum großen Theaterstück
Inhaltlich stand das Camp unter dem Motto „Exodus“.
Auf der Bühne wurde die biblische Geschichte von Mose erzählt – von seiner Kindheit und dem Korb auf dem Nil über sein Leben beim Pharao und als Schafhirte bis zum Auszug aus Ägypten, dem Weg durch das Rote Meer und der Wanderung durch die Wüste.
Dabei blieben die Kinder und Jugendlichen nicht nur Zuschauer.
Sie übernahmen symbolisch die Rollen der zwölf Stämme Israels und traten dazu in entsprechenden Verkleidungen auf. Die Region Sachsen-Ost, zu der auch die Pulsnitzer Royal Rangers gehören, vertrat nach dem Bericht die Stämme Benjamin und Josef.
Unwetter zwingt 1.430 Teilnehmer zur Evakuierung
Am vorletzten Tag bekam das Motto „Exodus“ plötzlich eine ungeplante und sehr reale Bedeutung.
Ein starkes Unwetter zog über den Platz. Starkregen und Sturm waren nach dem Bericht so heftig, dass Teilnehmer ihre Zelte festhalten mussten. Nachdem ein Blitz im Bereich des Flughafens eingeschlagen hatte, entschied die Campleitung, das gesamte Gelände zu räumen.
Alle 1.430 Kinder, Jugendlichen und weiteren Teilnehmer verließen daraufhin geordnet den Campbereich und begaben sich in geschützte Hallen des Flugplatzes.
Nach einer Stunde ging es zurück ins Camp
Die Unterbrechung blieb vergleichsweise kurz.
Nach rund einer Stunde konnten die Teilnehmer die Hallen wieder verlassen und auf das Campgelände zurückkehren. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Wetter bereits deutlich verbessert.
Für die Pulsnitzer Teilnehmer dürfte gerade dieser Moment zu den Erinnerungen gehören, die vom diesjährigen Distriktcamp besonders lange bleiben.
Stammleiter Tilo Schönherr beschreibt das Erlebnis in seinem Bericht auch aus der christlichen Perspektive der Royal Rangers und verbindet den glimpflichen Verlauf des Unwetters mit seinem Glauben.
Nächstes Camp bereits angekündigt
Nach dem großen Distrikttreffen richtet sich der Blick bei den Pulsnitzer Royal Rangers bereits auf das kommende Jahr.
Dann soll in unmittelbarer Nähe ein Regionalcamp stattfinden. Die Vorfreude innerhalb der Gruppe sei bereits groß.
Für den Stamm aus Pulsnitz endet damit ein außergewöhnliches Treffen mit 1.430 Teilnehmern, zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten und einer Evakuierung, die das diesjährige Motto „Exodus“ auf unerwartete Weise Wirklichkeit werden ließ.
Quellen
Royal Rangers Pulsnitz – Bericht von Stammleiter Tilo Schönherr zum Distriktcamp „Exodus“ 2026