Die Blüten einer Pflanzenart können nach links oder nach rechts ausgerichtet sein, ohne dass eine Form die andere verdrängt. Forschende haben nun herausgefunden, wie diese Besonderheit genetisch erhalten bleibt.

Mehrere Gene eng miteinander verbunden

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Potsdam untersuchte Pflanzen, deren Staubblätter und Griffel spiegelverkehrt angeordnet sein können.

Die Wissenschaftler identifizierten einen größeren genetischen Bereich, in dem mehrere für die Blütenform verantwortliche Gene eng miteinander verbunden sind. Solche Genkomplexe werden als Supergene bezeichnet.

Blütenform beeinflusst die Bestäubung

Die spiegelverkehrte Anordnung ist nicht nur optisch auffällig. Sie beeinflusst, wie Pollen an den Körper von Insekten gelangt und bei einem späteren Blütenbesuch wieder übertragen wird.

Kommen beide Blütenformen in einer Population vor, kann dies die gegenseitige Bestäubung fördern und genetische Vielfalt erhalten.

Evolution bewahrt beide Varianten

Normalerweise könnten sich voneinander unabhängige Gene bei der Fortpflanzung neu kombinieren. Die enge Verbindung innerhalb des Supergens verhindert jedoch, dass die wichtigen Merkmale auseinandergerissen werden.

Dadurch bleiben die unterschiedlichen Blütenformen über viele Generationen stabil erhalten.

Grundlagenforschung mit weiterem Nutzen

Die Erkenntnisse helfen, evolutionäre Prozesse besser zu verstehen. Supergene spielen nicht nur bei Pflanzen eine Rolle, sondern können auch komplexe Merkmale bei Tieren beeinflussen.

Langfristig können genauere Kenntnisse über die genetische Steuerung von Blüten zudem für Züchtung und Biodiversitätsforschung bedeutsam werden.

Quellen

Universität Potsdam – „Rätsel der Evolution gelöst: Supergen steuert Spiegelbild-Blüten“, veröffentlicht am 30. Juli 2026