Die ehemalige Klinik in Neuhaus am Rennweg wird nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Landrat Robert Sesselmann zieht seinen Vorschlag zurück, weil sich der Standort aus Sicht des Landkreises nicht eignet.
Landkreis verwirft Klinikpläne
Der Landkreis Sonneberg will in dem früheren Krankenhaus keine Gemeinschaftsunterkunft einrichten. AfD-Landrat Robert Sesselmann hatte diese Möglichkeit wenige Tage zuvor selbst öffentlich genannt.
Die Überlegungen lösten in Neuhaus am Rennweg deutlichen Unmut aus. Einwohner verlangten mehr Mitsprache und konkrete Informationen über die mögliche Nutzung des Gebäudes.
Entfernung spricht gegen den Standort
Nach Angaben des Landratsamtes liegt die ehemalige Klinik zu weit von der Kreisverwaltung, der Polizei und wichtigen Beratungsstellen entfernt. Auch die ablehnenden Reaktionen aus der Bevölkerung hätten die Entscheidung beeinflusst.
Der Landkreis prüft nun andere Möglichkeiten. Dazu gehört eine stärkere Unterbringung geflüchteter Menschen in privaten Wohnungen.
Bestehende Unterkünfte auf dem Prüfstand
Die Finanzierung der Flüchtlingsunterbringung könnte sich nach Angaben des Kreises verändern. Deshalb soll geprüft werden, ob der Betrieb der drei bestehenden Gemeinschaftsunterkünfte weiterhin wirtschaftlich ist.
Die Aufnahme und Unterbringung geflüchteter Menschen bleibt eine Pflichtaufgabe des Landkreises. Im vergangenen Jahr nahm der Kreis nach eigenen Angaben etwa 100 Menschen neu auf.
Stadt will ehemalige Klinik übernehmen
Bürgermeister Uwe Scheler möchte das frühere Krankenhaus in kommunales Eigentum überführen. Er fordert eine Übergabe für einen symbolischen Euro.
Sesselmann will dagegen mindestens den Verkehrswert der Immobilie verlangen. Rund 80 Einwohner nahmen an einer Informationsveranstaltung teil, bei der beide Seiten ihre Positionen darlegten.
Quelle: MDR Thüringen und Landratsamt Sonneberg