Heidenau. Mietschulden, persönliche Krisen oder Konflikte mit dem Vermieter können dazu führen, dass Menschen ihre Wohnung verlieren. Ein neues Beratungsangebot der Diakonie Pirna soll möglichst früh eingreifen. Das Vorhaben „Zuhause erhalten“ richtet sich sowohl an Menschen, denen Wohnungslosigkeit droht, als auch an Betroffene, die bereits keine eigene Wohnung mehr haben.
Beratung seit Juli in Heidenau
Das durch den Europäischen Sozialfonds geförderte Vorhaben ist am 1. Juli 2026 gestartet. Die Beratung wird zunächst für zwei Jahre angeboten.
Anlaufstelle ist ein Beratungsbüro in der Ernst-Schneller-Straße 1 in Heidenau. Ab September soll es dort zusätzlich offene Beratungszeiten geben. Persönliche Termine können bereits jetzt individuell vereinbart werden.
Die Unterstützung ist auf unterschiedlichen Wegen möglich:
- persönliche Gespräche im Beratungsbüro,
- telefonische Beratung,
- Hausbesuche in der eigenen Wohnung,
- Begleitung bei konkreten Problemen,
- Unterstützung bei der Suche nach neuem Wohnraum.
Ansprechpartnerin ist Nicole Karsten von der Diakonie Pirna.
Bestehende Wohnungen möglichst erhalten
Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, ob ein drohender Wohnungsverlust noch verhindert werden kann. Gemeinsam mit den Ratsuchenden sollen Lösungen entwickelt werden, damit bestehender Wohnraum erhalten bleibt.
Mögliche Gründe für den Verlust einer Wohnung können Mietrückstände, Überforderung mit Behördenpost, persönliche Krisen oder Schwierigkeiten mit dem Vermieter sein. Das Projekt soll Betroffene möglichst früh erreichen, bevor eine Kündigung, Räumungsklage oder Zwangsräumung nicht mehr abzuwenden ist.
„Der Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe steht stets im Vordergrund“, erklärt die Stadt Heidenau zum neuen Angebot.
Die Beratung soll den Betroffenen nicht sämtliche Entscheidungen abnehmen. Ziel ist es, sie dabei zu unterstützen, ihre Angelegenheiten wieder selbstständig und verlässlich zu regeln.
Begleitung bei der Suche nach neuem Wohnraum
Das Angebot richtet sich auch an Menschen, die bereits wohnungslos sind. Gemeinsam soll daran gearbeitet werden, wieder eine dauerhafte Unterkunft zu finden.
Dabei geht es nicht nur um die eigentliche Wohnungssuche. Die Mitarbeiter wollen die Betroffenen auch darauf vorbereiten, ein neues Mietverhältnis langfristig aufrechtzuerhalten. Dazu können die Klärung finanzieller Probleme, die Kommunikation mit Behörden und Vermietern sowie die Organisation des Alltags gehören.
Gerade in einem angespannten Wohnungsmarkt ist dieser Weg schwierig. Menschen ohne festen Wohnsitz, mit Schulden oder negativen Erfahrungen aus früheren Mietverhältnissen haben häufig geringe Chancen bei privaten Vermietern.
Das Projekt verbindet deshalb unmittelbare Krisenhilfe mit einer längerfristigen Begleitung. Entscheidend ist, Probleme nicht erst dann zu bearbeiten, wenn eine Wohnung bereits geräumt wurde.
Kontakt zum Vorhaben „Zuhause erhalten“
Diakonie Pirna
Vorhaben „Zuhause erhalten“
Ernst-Schneller-Straße 1
01809 Heidenau
Telefon: 0171 3506749
E-Mail: zuhause.erhalten@diakonie-pirna.de
Internetseite: www.diakonie-pirna.de
Quellen und Datenbasis
- Stadt Heidenau, Pressemitteilung Nr. 056/2026 vom 28. Juli 2026
- Diakonie Pirna, ESF-Vorhaben „Zuhause erhalten“
- Angaben der Projektansprechpartnerin Nicole Karsten