Die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen erinnern am letzten Augustwochenende an den 81. Jahrestag der Einrichtung des sowjetischen Speziallagers Nr. 7 beziehungsweise Nr. 1. Am Sonnabend, 29. August, sollen erste Ergebnisse eines Forschungs- und Kunstprojekts vorgestellt werden. Am Sonntag, 30. August, folgt eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Friedhof Am Kommandantenhof.
Im Mittelpunkt stehen die Nachgeschichte des nationalsozialistischen Konzentrationslagers und die Schicksale der Menschen, die nach 1945 im sowjetischen Speziallager interniert waren. Die beiden Veranstaltungstage setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte zwischen wissenschaftlicher Aufarbeitung, künstlerischer Auseinandersetzung und öffentlichem Gedenken.
Forschungsprojekt erschließt neue Quellen
Nach Angaben der Gedenkstätte arbeitet das Projekt mit dem Archiv des ukrainischen Geheimdienstes SBU und der Menschenrechtsorganisation Zukunft Memorial zusammen.
Dadurch sollen Quellen in die Aufarbeitung einbezogen werden, die bislang nur eingeschränkt zugänglich waren. Die für den 29. August angekündigte Präsentation stellt jedoch zunächst erste Ergebnisse vor und ist noch kein Abschluss der Forschungsarbeit.
Kunst ergänzt historische Aufarbeitung
Neben der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Quellen ist auch eine künstlerische Auseinandersetzung Bestandteil des Projekts. Dadurch werden unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers miteinander verbunden.
Welche konkreten Ergebnisse und Arbeiten am 29. August präsentiert werden, richtet sich nach dem angekündigten Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte.
Kranzniederlegung am Kommandantenhof
Am Sonntag, 30. August, steht das öffentliche Gedenken im Mittelpunkt. Vorgesehen ist eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Friedhof Am Kommandantenhof.
Der Ort erinnert an Menschen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im sowjetischen Speziallager interniert waren. Die Veranstaltung setzt damit einen eigenen Schwerpunkt innerhalb der vielschichtigen Geschichte des Geländes.
Geschichte des Ortes verlangt klare Trennung
Die Beschäftigung mit dem sowjetischen Speziallager gehört zur Nachgeschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Beide historischen Phasen müssen dabei zeitlich und inhaltlich klar voneinander unterschieden werden.
Die Aufarbeitung der sowjetischen Lagergeschichte relativiert die nationalsozialistischen Verbrechen nicht. Vielmehr wird ein weiterer Abschnitt der Geschichte des Ortes untersucht, der nach 1945 begann.
Zwei Veranstaltungstage mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Interessierte sollten beachten, dass sich Veranstaltungsort und Ablauf an beiden Tagen unterscheiden. Auch mögliche Anmeldebedingungen oder Zugangsregelungen müssen vor dem Besuch anhand der aktuellen Hinweise der Gedenkstätte geprüft werden.
Neue belastbare Erkenntnisse können sich insbesondere aus der weiteren Auswertung des Forschungsprojekts ergeben. Diese wären von der jetzigen Veranstaltungsankündigung als eigener neuer Stand zu unterscheiden.
Quellen
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen: 81. Jahrestag des sowjetischen Speziallagers