Zugleitstelle kann nur einschichtig arbeiten
Ein Grund für die Einschränkungen ist ein vorübergehender Personalengpass in der Zugleitstelle Nordhausen. Sie kann im betroffenen Zeitraum nur im Einschichtbetrieb besetzt werden.
Von der Zugleitstelle werden sowohl der südliche Teil der Harzquerbahn als auch Fahrten auf der Selketalbahn gesteuert. Der personelle Engpass wirkt sich deshalb auf Strecken in Thüringen und Sachsen-Anhalt aus.
Bereits im Juni hatte die HSB ihren Fahrplan wegen eines Personalengpasses in derselben Zugleitstelle vorübergehend angepasst. Die erneuten Einschränkungen zeigen, wie abhängig der Betrieb von einzelnen sicherheitsrelevanten Arbeitsplätzen ist.
Zwischen Niedersachswerfen und Ilfeld fahren keine Züge
Vom 3. bis einschließlich 7. August entfallen alle Zugfahrten zwischen Niedersachswerfen Ost und Ilfeld Neanderklinik. Grund sind Arbeiten am Streckengleis zwischen Niedersachswerfen und Ilfeld.
Zusätzlich werden frühe und späte Verbindungen zwischen Nordhausen und Niedersachswerfen Ost gestrichen. Der erste Zug verlässt Nordhausen in Richtung Niedersachswerfen erst um 8.54 Uhr. Die letzte Abfahrt ist für 16.54 Uhr vorgesehen.
In der Gegenrichtung startet der erste Zug in Niedersachswerfen Ost um 10.09 Uhr. Die letzte Verbindung nach Nordhausen fährt um 18.09 Uhr.
Gerade für Berufspendler und Fahrgäste mit frühen Terminen bedeutet dies eine erhebliche Einschränkung. Sie müssen ihre Reisezeiten prüfen und gegebenenfalls auf Busse oder andere Verkehrsmittel ausweichen.
Einschränkungen dauern am Wochenende an
Auch am 8. und 9. August bleibt der Abschnitt zwischen Niedersachswerfen Ost und Ilfeld Neanderklinik ohne Zugverkehr.
Von Nordhausen aus fährt der erste Zug an diesen beiden Tagen um 9.54 Uhr, die letzte Verbindung um 16.26 Uhr. In Niedersachswerfen Ost beginnt der Zugverkehr in Richtung Nordhausen um 11.09 Uhr und endet um 17.57 Uhr.
Die späteren Betriebszeiten treffen neben Einwohnern auch Wochenendausflügler. Wer den Südharz oder weiterführende Verbindungen in Richtung Brocken nutzen möchte, muss zusätzliche Umstiege und längere Fahrzeiten einplanen.
Ab 10. August fahren wieder Züge bis Ilfeld
Vom 10. bis 12. August soll der Zugverkehr zwischen Niedersachswerfen Ost und Ilfeld Neanderklinik wieder aufgenommen werden.
Die frühen und späten Verbindungen zwischen Nordhausen und Ilfeld bleiben allerdings gestrichen. Der erste Zug verlässt Nordhausen um 8.54 Uhr, die letzte Fahrt beginnt um 16.57 Uhr.
In Ilfeld Neanderklinik startet die erste Verbindung nach Nordhausen um 9.57 Uhr. Der letzte Zug fährt um 17.57 Uhr.
Damit wird das Angebot zwar erweitert, der für Pendler wichtige Tagesrandverkehr bleibt jedoch bis zum 12. August eingeschränkt.
Nicht jede ausgefallene Fahrt wird ersetzt
Für den überwiegenden Teil der gestrichenen Zugverbindungen richtet die HSB einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein.
Auf der südlichen Harzquerbahn können nach Angaben des Unternehmens aus betrieblichen Gründen jedoch einzelne Fahrten zwischen Nordhausen und Ilfeld nicht durch Busse ersetzt werden. Welche Verbindungen genau betroffen sind, müssen Fahrgäste den aktuellen Ersatzfahrplänen und den Aushängen an den Stationen entnehmen.
Busse benötigen häufig länger als die Züge. Zudem können Fahrräder, Kinderwagen und größere Gepäckstücke nur eingeschränkt mitgenommen werden. Für Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkungen kann ein zusätzlicher Umstieg ebenfalls problematisch sein.
Auch die Selketalbahn ist betroffen
Auf der Selketalbahn fallen vom 5. bis 12. August ebenfalls mehrere Verbindungen aus. Der erste Zug von Gernrode in Richtung Selketal fährt in diesem Zeitraum erst um 8.51 Uhr. Die letzte Abfahrt erfolgt um 14.51 Uhr.
Die Verbindungen ab Quedlinburg um 7.45 Uhr und 8.35 Uhr sowie sämtliche Zugfahrten nach 19 Uhr entfallen.
Von Gernrode nach Quedlinburg fährt der erste Zug um 9.59 Uhr, die letzte Verbindung um 16.49 Uhr. In Alexisbad startet der erste Zug in Richtung Quedlinburg um 11.06 Uhr.
Für sämtliche ausfallenden Fahrten auf der Selketalbahn sollen Ersatzbusse verkehren.
Dampfzüge im Selketal fahren weiter
Die täglichen Dampfzugverbindungen auf der Selketalbahn sind nach Angaben der HSB von den aktuellen Einschränkungen nicht betroffen.
Das ist vor allem für Urlauber und Tagesgäste wichtig, die den Harz gezielt wegen der historischen Züge besuchen. Der touristische Kernverkehr soll damit trotz des eingeschränkten regulären Angebots aufrechterhalten werden.
Die Schmalspurbahnen sind nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Hotels, Gaststätten und Ausflugsziele im Harz. Wiederholte Fahrplanänderungen können deshalb auch Betriebe treffen, die von planbar anreisenden Gästen abhängig sind.
Weitere Baustelle unterbricht Verbindung Richtung Brocken
Unabhängig von den kurzfristigen Änderungen wird bereits seit Beginn des Sommerfahrplans das Viadukt über die Bere bei Ilfeld saniert.
Der Abschnitt zwischen Ilfeld Neanderklinik und Eisfelder Talmühle bleibt deshalb voraussichtlich bis Ende August gesperrt. Reisende aus Nordhausen können den Brocken weiterhin über eine abgestimmte Verbindung aus Triebwagen, Ersatzbus und einem weiteren Zug erreichen.
Für Fahrgäste bedeutet dies, dass sich mehrere Bau- und Betriebsmaßnahmen überlagern. Eine durchgehende Zugfahrt aus dem Südharz in Richtung des touristischen Kernnetzes ist derzeit nicht möglich.
Personalengpass wird zum strukturellen Risiko
Die Bauarbeiten zwischen Niedersachswerfen und Ilfeld dienen dem Erhalt der Strecke und sind zeitlich begrenzt. Schwerer wiegt der wiederholte Personalmangel in der Zugleitstelle.
Kann eine sicherheitsrelevante Stelle nicht vollständig besetzt werden, lässt sich der Zugbetrieb nicht im regulären Umfang aufrechterhalten. Auch ausreichend vorhandene Fahrzeuge und Lokführer können dieses Problem nicht ausgleichen.
Die HSB muss daher nicht nur Personal gewinnen, sondern auch sicherstellen, dass für zentrale Funktionen ausreichend ausgebildete Vertretungen zur Verfügung stehen. Andernfalls können Krankheit, Urlaub oder offene Stellen immer wieder größere Teile des Netzes beeinträchtigen.
Fahrgäste sollten Verbindungen vorab prüfen
Die Harzer Schmalspurbahnen bitten Reisende, sich unmittelbar vor Fahrtantritt über die gültigen Fahrpläne zu informieren.
An den Stationen sollen Aushänge auf die Abfahrtszeiten der Ersatzbusse hinweisen. Kurzfristige Änderungen will das Unternehmen fortlaufend veröffentlichen.
Besonders Pendler, Urlauber mit Anschlussverbindungen und Fahrgäste auf dem Weg zum Brocken sollten zusätzliche Zeit einplanen. Die regulären Fahrplandaten allein reichen während des Zeitraums vom 3. bis 12. August nicht aus.
Quellen
Harzer Schmalspurbahnen GmbH, „Vorübergehende Fahrplananpassungen vom 3. bis zum 12. August im Südharz und im Selketal“, veröffentlicht am 31. Juli 2026
Harzer Schmalspurbahnen GmbH, aktuelle Fahrplanänderungen und Informationen zum Schienenersatzverkehr, Stand 2. August 2026
Stadt Nordhausen, „Harzer Schmalspurbahnen starten früher in die Sommersaison“, veröffentlicht am 2. März 2026
Harzer Schmalspurbahnen GmbH, Informationen zur Sanierung des Bere-Viadukts und zum Sommerfahrplan 2026, veröffentlicht im Februar 2026