Fast tausend Jahre jüdischer Geschichte stehen am Sonntag, dem 2. August 2026, im Mittelpunkt einer besonderen Veranstaltung des Meißner Kultursommers. Die „Streifzüge“ führen zunächst durch die Frauenkirche und die Altstadt. Anschließend erklingt am Tuchmachertor Musik des Marimbaphonisten Alex Jacobowitz.

Beginn um 16 Uhr in der Frauenkirche

Der Rundgang startet um 16 Uhr in der Frauenkirche. Dr. Matthias Donath führt durch die Ausstellung „Jüdisches Meißen“ und anschließend zu ausgewählten historischen Spuren in der Altstadt.

Thematisiert wird das Zusammenleben von jüdischen und nichtjüdischen Einwohnern vom Mittelalter bis in die Nachkriegszeit. Die Führung soll dabei nicht nur Verfolgung und Ausgrenzung behandeln, sondern auch das jahrhundertelange Miteinander sichtbar machen.

Spuren reichen bis ins Mittelalter zurück

Nach Angaben der Ausstellung reichen die frühesten Hinweise auf jüdisches Leben im heutigen Stadtgebiet bis in das 10. beziehungsweise 11. Jahrhundert zurück. Ein erstes jüdisches Bethaus wird in schriftlichen Überlieferungen bereits für das Jahr 1180 erwähnt.

Die Ausstellung arbeitet mit erhaltenen Dokumenten, topografischen Hinweisen und hebräischen Grabsteinfragmenten. Sie zeichnet zugleich die Brüche dieser Geschichte nach – von mittelalterlichen Verfolgungen und Vertreibungen bis zum Novemberpogrom 1938.

Konzert am Tuchmachertor

Ab 17 Uhr tritt Alex Jacobowitz am Tuchmachertor auf. Das Konzert trägt den Titel „Jerusalem aus Palisander“.

Jacobowitz wurde in New York geboren und ist international als Marimbaphonist tätig. Sein Programm verbindet jüdische Liturgie, Klezmer, jiddische Traditionen sowie Melodien aus dem historischen und heutigen Israel.

Bei schlechtem Wetter soll das Konzert in die Frauenkirche verlegt werden.

Ausstellung läuft bis Dezember

„Jüdisches Meißen“ ist ein zentrales Projekt des sächsischen Themenjahres TACHELES 2026. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit des Zentrums für Kultur und Geschichte, des Stadtmuseums Meißen und der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Afra.

Sie ist nach den aktuellen Angaben noch bis zum 5. Dezember 2026 in der Frauenkirche zu sehen. Auf einer älteren Programmübersicht wird teilweise der 6. Dezember genannt. Maßgeblich ist die jüngere ausführliche Ausstellungsmitteilung der Stadt mit dem Enddatum 5. Dezember.

Die wichtigsten Angaben

  • Veranstaltung: „Streifzüge“ durch das jüdische Meißen
  • Datum: Sonntag, 2. August 2026
  • Rundgang: 16 Uhr, Frauenkirche
  • Leitung: Dr. Matthias Donath
  • Konzert: 17 Uhr, Tuchmachertor
  • Künstler: Alex Jacobowitz
  • Titel: „Jerusalem aus Palisander“
  • Schlechtwetterort: Frauenkirche
  • Ausstellung: bis 5. Dezember 2026

Quellen und Datenbasis

  • Stadt Meißen: aktuelle Vorschau auf Rundgang und Konzert.
  • Stadt Meißen: ausführliche Informationen zur Ausstellung „Jüdisches Meißen“.
  • Stadt Meißen: Programm des Meißner Kultursommers 2026.