Linken-Spitzenkandidatin legt sich vor der Landtagswahl fest

Von Angern lehnt mehr Abschiebungen ab und erwartet Gespräche mit der CDU

Eva von Angern setzt im Wahlkampf auf einen grundsätzlich anderen Kurs in der Migrationspolitik. Zugleich verlangt die Spitzenkandidatin der Linken, dass CDU-Ministerpräsident Sven Schulze nach der Wahl auch mit ihrer Partei spricht.

Von Sebastian Krüger 2 Min. Lesezeit

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Wer sich von der Landtagswahl mehr Abschiebungen erhoffe, sollte nach Aussage von Angerns nicht die Linke wählen. Die politische Debatte werde aus ihrer Sicht in die falsche Richtung geführt.

Zuwanderung soll stärker als Nutzen betrachtet werden

Von Angern verwies darauf, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen-Anhalt einen wichtigen Beitrag leisteten. Ohne sie würden unter anderem Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen und Teile der Gesundheitsversorgung vor zusätzlichen Problemen stehen.

Die Linke will die Migrationsdebatte deshalb weniger auf Kriminalität und Abschiebungen konzentrieren. Stattdessen sollen Integration, gesellschaftliche Teilhabe und der Arbeitskräftebedarf stärker berücksichtigt werden.

CDU soll Gespräche mit der Linken nicht ausschließen

Von CDU-Ministerpräsident Sven Schulze erwartet die Linken-Spitzenkandidatin, dass er nach der Wahl auch mit ihrer Partei spricht.

CDU und Linke stünden sich zwar in zahlreichen politischen Fragen gegenüber. Ein Ministerpräsident müsse jedoch auch die Interessen der Menschen berücksichtigen, die für andere Parteien gestimmt hätten.

Linke will AfD von Regierungsverantwortung fernhalten

Von Angern erklärte ihre Partei für bereit, die AfD von den entscheidenden Machtpositionen fernzuhalten. Demokratische Parteien müssten sich trotz erheblicher Unterschiede zusammensetzen und nach Kompromissen suchen.

Als gemeinsamen Nenner nannte sie den Schutz demokratischer Grundrechte, der Unabhängigkeit der Justiz und der freiheitlichen Ordnung.

Schwierige Mehrheiten nach der Wahl möglich

Die Aussagen stehen vor dem Hintergrund unklarer Mehrheitsverhältnisse. Sollte keine klassische Koalition aus zwei Parteien möglich sein, könnten Gespräche zwischen politischen Lagern notwendig werden, die bislang kaum zusammenarbeiten.

Für die CDU ist eine formelle Zusammenarbeit mit der Linken wegen eigener Parteibeschlüsse besonders schwierig. Dennoch könnten einzelne Abstimmungen oder eine Verständigung über institutionelle Fragen erforderlich werden.

Migration wird zum klaren Wahlkampfunterschied

Mit ihrer Position grenzt sich von Angern deutlich von CDU und AfD ab. Beide Parteien setzen in unterschiedlicher Form auf eine restriktivere Migrations- und Abschiebepolitik.

Die Linke nimmt damit in Kauf, Wähler zu verlieren, die strengere Maßnahmen verlangen. Gleichzeitig versucht sie, Menschen anzusprechen, die eine stärker soziale und integrationsorientierte Politik bevorzugen.

Quellen

– Mitteldeutscher Rundfunk: Interview mit Eva von Angern zur Landtagswahl, veröffentlicht am 6. August 2026
– Mitteldeutscher Rundfunk: Faktenprüfung zu Aussagen der Linken-Spitzenkandidatin

Themen: Sachsen-AnhaltAfDLandtagswahl 2026MigrationCDUAbschiebungenDie LinkeEva von Angern

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