Magdeburg plant für 2027 zwei zusätzliche öffentliche Trinkwasserspender. Bis zum 24. August können Bürger in einer anonymen Online-Befragung über die bevorzugten Standorte abstimmen. In der Landeshauptstadt gibt es bislang fünf öffentlich zugängliche Entnahmestellen. Für die beiden neuen Anlagen wurden Fördermittel in Höhe von 80 Prozent der Kosten in Aussicht gestellt und beantragt. Die restlichen 20 Prozent will die Stadt übernehmen.

Fünf Anlagen sind bereits in Betrieb

Öffentliche Trinkwasserspender gibt es derzeit am Breiten Weg in Höhe der Leiterstraße, an der Ernst-Reuter-Allee, an der Großen Steinernetischstraße, an der Elbuferpromenade nahe dem Fahnenmonument und am Schellheimerplatz.

Die Anlagen ermöglichen es Passanten, kostenlos Trinkwasser zu entnehmen und mitgebrachte Flaschen aufzufüllen.

Besonders an heißen Tagen sind solche Angebote für ältere Menschen, Kinder, Touristen und Personen wichtig, die sich lange im öffentlichen Raum aufhalten.

Abstimmung dauert weniger als eine Minute

Die Befragung wird anonym durchgeführt und soll nach Angaben der Stadt weniger als eine Minute in Anspruch nehmen.

Nach dem Ende der Beteiligung werden die Stimmen ausgewertet. Die zwei Standorte mit der größten Unterstützung sollen für die weitere Planung vorbereitet werden.

Das Abstimmungsergebnis ist jedoch nicht die einzige Grundlage. Technische, rechtliche und finanzielle Voraussetzungen müssen ebenfalls erfüllt sein.

Gewinnerstandort ist nicht automatisch umsetzbar

Ein Trinkwasserspender benötigt einen geeigneten Anschluss an das Leitungsnetz.

Außerdem müssen ausreichender Platz, Barrierefreiheit, Entwässerung, Verkehrssicherheit und die Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten gewährleistet sein.

Ein stark gewählter Standort kann deshalb noch ausscheiden, wenn Leitungsbau oder Betrieb unverhältnismäßig teuer wären.

Die Stadt sollte in diesem Fall transparent begründen, weshalb das Bürgervotum nicht umgesetzt werden kann und welcher Ersatzstandort ausgewählt wird.

SWM übernimmt Bau und Betrieb

Wie bei den bisherigen fünf Anlagen sollen die Städtischen Werke Magdeburg die neuen Spender errichten.

Das Unternehmen ist außerdem für Bewirtschaftung, Wartung, Reinigung sowie die saisonale In- und Außerbetriebnahme zuständig. Die Wasserqualität wird vom städtischen Gesundheits- und Veterinäramt überwacht.

Damit verbleiben Bau und technischer Betrieb bei einem kommunalen Versorger, der auch für das Trinkwassernetz verantwortlich ist.

Betrieb nur von März bis Oktober

Die Trinkwasserbrunnen werden zum Schutz vor Frost saisonal betrieben.

Nach Angaben der Stadt stehen sie jeweils von März bis einschließlich Oktober zur Verfügung. In den Wintermonaten werden sie außer Betrieb genommen.

Das ist technisch nachvollziehbar. Bei ungewöhnlich warmen Wintertagen oder frühen Hitzeperioden kann es allerdings dazu führen, dass die Anlagen noch nicht oder nicht mehr nutzbar sind.

80 Prozent Förderung sollen Kosten begrenzen

Für die beiden neuen Anlagen wurden Fördermittel über 80 Prozent der Kosten beantragt.

Die Stadt will die restlichen 20 Prozent tragen. Eine konkrete Gesamtsumme wurde in der Mitteilung nicht genannt.

Für eine vollständige Bewertung sollten Anschaffung, Tiefbau, Anschlüsse und laufende Wartung getrennt ausgewiesen werden. Auch Trinkwasser selbst, Reinigung und Reparaturen verursachen dauerhaft Kosten.

Standorte sollten nach Bedarf ausgewählt werden

Eine reine Online-Abstimmung kann bekannte und gut organisierte Stadtteile bevorzugen.

Menschen ohne Internetzugang oder mit geringen Deutschkenntnissen beteiligen sich möglicherweise seltener. Gleichzeitig können Schulen, Vereine oder Nachbarschaftsgruppen gezielt für einen bestimmten Standort mobilisieren.

Die Stadt sollte das Abstimmungsergebnis deshalb mit objektiven Kriterien verbinden. Dazu gehören Passantenfrequenz, Entfernung zum nächsten Spender, Hitzeinseln, Spielplätze, Sportflächen und die Nutzung durch besonders gefährdete Gruppen.

Trinkwasser hilft bei zunehmender Hitze

Öffentliche Wasserspender sind ein Bestandteil kommunaler Hitzevorsorge.

Sie ersetzen weder Schatten noch Bäume, ermöglichen aber unkomplizierten Zugang zu Trinkwasser. Besonders in stark versiegelten Bereichen können sie Gesundheitsrisiken während Hitzeperioden verringern.

Wichtig ist eine gut sichtbare Ausschilderung. Ein Spender nützt wenig, wenn selbst Menschen in unmittelbarer Nähe nicht wissen, dass er existiert.

Vandalismus und Verschmutzung müssen einkalkuliert werden

Öffentliche Anlagen sind Beschädigungen und Verunreinigungen ausgesetzt.

Konstruktion, Material und Standort müssen deshalb so gewählt werden, dass Reinigung und Reparatur möglich sind. Auch Fehlbedienung und stehendes Wasser im Umfeld sollten vermieden werden.

Regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich. Die Überwachung der Wasserqualität allein reicht nicht, wenn Auslauf, Taster oder Bodenbereich sichtbar verschmutzt sind.

Bürgerbeteiligung braucht spätere Rückmeldung

Die Abstimmung ist sinnvoll, wenn die Teilnehmer erfahren, was aus ihrem Votum geworden ist.

Nach dem 24. August sollte die Stadt die Ergebnisse veröffentlichen, die technische Prüfung erläutern und einen Zeitplan für Bau und Inbetriebnahme nennen.

So wird deutlich, dass die Befragung nicht nur der Öffentlichkeitsarbeit dient, sondern tatsächlich in die Standortentscheidung einfließt.

Quellen

  1. Landeshauptstadt Magdeburg: „Online-Befragung zu den nächsten öffentlichen Trinkwasserspendern“, veröffentlicht am 28. Juli 2026.
  2. Städtische Werke Magdeburg: Informationen zu Bau, Wartung und saisonalem Betrieb der öffentlichen Trinkwasserspender.
  3. Gesundheits- und Veterinäramt Magdeburg: Angaben zur Kontrolle der Trinkwasserqualität.