10,73 Millionen Euro Überschuss: Stadtwerke Halle stärken die Stadtkasse

Die kommunale Stadtwerke-Holding bleibt eine wichtige Einnahmequelle für Halle. Nach Abzug der Steuern weist das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025 einen Überschuss von rund 10,73 Millionen Euro aus.

Etwa die Hälfte des Ergebnisses soll der Stadtkasse zugutekommen. Damit leisten die Stadtwerke einen unmittelbaren Beitrag zur Finanzierung kommunaler Aufgaben.

Die andere Seite des Jahresabschlusses zeigt allerdings, unter welchem wirtschaftlichen Druck der Unternehmensverbund steht. Im Bericht werden insgesamt 221 Risiken aufgeführt.

Kommunale Unternehmen übernehmen zahlreiche Aufgaben

Zur Stadtwerke-Gruppe gehören Unternehmen aus den Bereichen Energie, öffentlicher Nahverkehr, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft.

Damit trägt der Konzern einen wesentlichen Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge in Halle. Wirtschaftliche Probleme einzelner Tochterunternehmen können sich deshalb auf den gesamten Verbund auswirken.

Gewinne aus profitableren Bereichen werden innerhalb kommunaler Unternehmensgruppen häufig benötigt, um defizitäre, aber notwendige Leistungen mitzufinanzieren.

Deutschlandticket bleibt wirtschaftliche Unsicherheit

Als Risiko wird unter anderem die weitere Finanzierung des Deutschlandtickets genannt.

Für Verkehrsunternehmen ist entscheidend, ob die Einnahmeausfälle dauerhaft und vollständig durch Bund und Länder ausgeglichen werden. Bleiben Erstattungen hinter den tatsächlichen Kosten zurück, entstehen zusätzliche Belastungen für den öffentlichen Nahverkehr.

Die Hallesche Verkehrs-AG ist auf eine verlässliche Finanzierung angewiesen, um Straßenbahn- und Busangebote aufrechterhalten und zugleich Fahrzeuge sowie Infrastruktur modernisieren zu können.

CO₂-Kosten belasten Energie und Verkehr

Der Jahresabschluss berücksichtigt außerdem Risiken durch steigende CO₂-Abgaben.

Höhere Preise für fossile Energieträger können sich auf die Erzeugung von Wärme und Strom, den Betrieb von Fahrzeugen und zahlreiche weitere Unternehmensbereiche auswirken.

Gleichzeitig muss die Stadtwerke-Gruppe hohe Investitionen in die Energiewende, neue Netze und eine klimafreundlichere Wärmeversorgung bewältigen.

Internationale Krisen wirken bis nach Halle

Auch Kriege und andere geopolitische Entwicklungen finden sich in der Risikobewertung.

Sie können Energiepreise, Lieferketten, Materialkosten und die Verfügbarkeit technischer Komponenten beeinflussen. Besonders große Infrastrukturprojekte reagieren empfindlich auf Preissteigerungen und Lieferverzögerungen.

Die Auflistung eines Risikos bedeutet nicht automatisch, dass der entsprechende Schaden eintreten wird. Sie zeigt jedoch, welche Entwicklungen das Unternehmen beobachten und finanziell berücksichtigen muss.

Gewinn schafft Handlungsspielraum

Der Überschuss stärkt sowohl die Stadt als Eigentümerin als auch den Stadtwerke-Verbund.

Für Halle ist die Ausschüttung angesichts angespannter kommunaler Haushalte von Bedeutung. Gleichzeitig dürfen notwendige Investitionen in Netze, Fahrzeuge, Energieanlagen und technische Infrastruktur nicht vernachlässigt werden.

Entscheidend bleibt deshalb, wie der Gewinn zwischen Ausschüttung, Rücklagen und künftigen Investitionen verteilt wird.

Quellen

– Stadtwerke Halle: Jahresabschluss der Stadtwerke-Holding für das Geschäftsjahr 2025.

– Du bist Halle: „Gewinn der Stadtwerke Halle: Die Hälfte fließt in die Stadtkasse – Jahresabschluss vermerkt 221 Risiken“, veröffentlicht am 5. August 2026.