Die langjährige Freundschaft zwischen Langenstein und der österreichischen Marktgemeinde Ybbsitz hat ein neues dauerhaftes Symbol bekommen. Auf dem Schmiedeplatz in Langenstein wurde am Montag, 10. August, eine Metallskulptur im Beisein zahlreicher Gäste aus beiden Orten feierlich gesegnet.
Die Segnung nahmen Pater Jakobus aus Ybbsitz und die ehemalige Pfarrerin Hannah Becker gemeinsam vor.
Für die Feier war eigens eine Delegation aus Niederösterreich nach Langenstein gereist.
Freundschaft längst mehr als formelle Partnerschaft
Ortsbürgermeister Holger Werkmeister begrüßte unter anderem den Ybbsitzer Bürgermeister Gerhard Lueger, Vertreter des dortigen Gemeinderates sowie den stellvertretenden Halberstädter Oberbürgermeister Thomas Rimpler.
Für Werkmeister ist die neue Skulptur ein weiterer Baustein einer Verbindung, die sich über viele Jahre entwickelt hat.
Dass Vertreter zweier christlicher Konfessionen die Segnung gemeinsam vornahmen, sollte den verbindenden Charakter der Partnerschaft zusätzlich unterstreichen.
Auch Ybbsitz' Bürgermeister Gerhard Lueger stellte die persönlichen Begegnungen in den Mittelpunkt.
Eine Partnerschaft könne nur bestehen, wenn Menschen regelmäßig zusammenkommen, Kontakte pflegen und daraus Freundschaften entstehen.
Gerade in einer zunehmend digitalen Welt dürfe dabei der persönliche Kontakt nicht verloren gehen.
Nach dem Ybbsitzer Weg folgt nun ein weiteres Zeichen
Bereits im vergangenen Jahr war in Langenstein der Ybbsitzer Weg eingeweiht worden.
Die neue Skulptur ergänzt dieses sichtbare Zeichen nun um ein weiteres dauerhaftes Erinnerungsstück.
Der stellvertretende Halberstädter Oberbürgermeister Thomas Rimpler sieht deshalb inzwischen mehr als eine klassische kommunale Partnerschaft.
„Ich glaube, Freundschaft trifft es fast besser als Partnerschaft“, erklärte er bei der Veranstaltung.
Die besondere Herzlichkeit sei jedes Mal spürbar, wenn Gäste aus Ybbsitz nach Langenstein kämen.
Als zusätzliches Zeichen der Verbundenheit überreichte Rimpler den österreichischen Gästen ein Präsent über den Halberstädter Dom und dessen Domschatz.
Langensteiner stiftet das Kunstwerk
Hinter der Skulptur steht zugleich eine persönliche Geschichte.
Stifter Wolfgang Baake lernte bei einem Besuch in Ybbsitz den Schmied Thomas Hochstädt und dessen Arbeiten kennen.
Die Metallplastik gefiel ihm so gut, dass er gemeinsam mit seiner Frau Gitti beschloss, sie Langenstein zu schenken.
Für Baake ist die Stiftung nach Angaben der Stadt vor allem ein Dankeschön an seinen Heimatort.
Er wolle etwas zurückgeben, weil sich Langenstein in den vergangenen Jahren positiv entwickelt habe und er stolz darauf sei, dort zu leben.
Gleichzeitig habe ihn die Herzlichkeit beeindruckt, die er bei seinen Besuchen in Ybbsitz erfahren habe.
Skulptur verbindet Langenstein, Ybbsitz und Europa
Das Kunstwerk greift deshalb bewusst Symbole von Langenstein, Ybbsitz und Europa auf.
Seinen Platz hat es auf dem Schmiedeplatz gefunden.
Baake bezeichnete den Standort als besonders passend und verglich die Installation mit einer kleinen „Insel aus Metall“, die dauerhaft an die Verbindung der beiden Orte erinnern soll.
Unterstützung kam auch aus der Region.
Den Betonsockel für die Skulptur stellte die TSB Harz GmbH zur Verfügung.
Verbindung reicht überraschend weit zurück
Während der Segnung erinnerte Pater Jakobus auch an eine historische Verbindung zwischen der Region um Halberstadt und Ybbsitz.
Erzbischof Wichmann von Magdeburg, der im 12. Jahrhundert zunächst Dompropst in Halberstadt gewesen war, übertrug später Gebiet rund um Ybbsitz an das Stift Magdeburg.
Damit verbunden war der Auftrag, dort eine Kirche zu errichten und eine Pfarre zu gründen.
Die Berührungspunkte zwischen beiden Regionen reichen damit viele Jahrhunderte weiter zurück als die heutige kommunale Partnerschaft.
Freundschaft und Frieden müssen gepflegt werden
Pater Jakobus verband die Segnung zugleich mit einer grundsätzlichen Botschaft.
Freundschaft und Frieden seien keine Selbstverständlichkeit, sondern müssten immer wieder gepflegt werden.
Trotz der Entfernung zwischen Niederösterreich und Langenstein seien inzwischen zahlreiche persönliche Beziehungen entstanden.
Entscheidend sei nicht, Unterschiede zwischen Menschen und Regionen zu suchen, sondern aufeinander zuzugehen, voneinander zu lernen und Gemeinsamkeiten zu entdecken.
Gemeinsam mit Hannah Becker segnete er anschließend die Skulptur.
Begegnung endet nicht mit dem offiziellen Teil
Nach der Zeremonie trafen sich Einwohner aus Langenstein und die Gäste aus Ybbsitz auf dem Schäferhof.
Dort wurde die Begegnung in geselliger Runde fortgesetzt.
Die neue Skulptur bleibt nun dauerhaft auf dem Schmiedeplatz stehen.
Sie erinnert nicht nur an eine kommunale Partnerschaft zwischen Deutschland und Österreich.
Vor allem steht sie für die Menschen, die diese Verbindung über Jahre hinweg mit persönlichen Begegnungen, gegenseitiger Wertschätzung und Freundschaft gefüllt haben.
Quellen
Stadt Halberstadt – Pressemitteilung vom 11. August 2026
Ortschaft Langenstein
Marktgemeinde Ybbsitz
Duplikatprüfung
Eigenständige Pressemitteilung der Stadt Halberstadt vom 11. August 2026 zur neuen Partnerschaftsskulptur in Langenstein.
Bildrechte
Stadt Halberstadt / Jeannette Schroeder