Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe auf einem Feld bei Königshain im Landkreis Görlitz ist am Freitagmorgen eine größere Evakuierung angelaufen. Rund 80 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Die Polizei richtete rund um den Fundort einen Sperrkreis mit einem Radius von 600 Metern ein.

Der Blindgänger wurde in der Nacht zum Freitag entdeckt. Nach Polizeiangaben wurde der Fund gegen 2.17 Uhr festgestellt. Betroffen war vor allem der nördliche Bereich von Königshain in Richtung des Ortskerns.

Bombe bei Arbeiten auf einem Feld entdeckt

Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde die Bombe auf einem Feld gefunden. Die Sächsische Zeitung berichtet, dass der Blindgänger bei Erntearbeiten entdeckt worden sei.

Unmittelbar nach dem Fund sperrten die Einsatzkräfte das Gebiet ab. Bewohner innerhalb des festgelegten Sicherheitsbereichs wurden aufgefordert, ihre Häuser vorübergehend zu verlassen.

Die wichtigsten Angaben:

  • Fundzeit gegen 2.17 Uhr,
  • Fundort auf einem Feld bei Königshain,
  • Sperrkreis mit 600 Metern Radius,
  • rund 80 betroffene Bewohner,
  • Entschärfung nach Abschluss der Evakuierung.

Entschärfung erst nach vollständiger Räumung

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst konnte seine Arbeit erst aufnehmen, nachdem der gesamte Sperrkreis geräumt und kontrolliert worden war. Die Polizei rechnete zunächst damit, dass die Entschärfung zwischen 7 und 7.30 Uhr beginnen könnte.

Rund 80 Menschen mussten den 600-Meter-Sperrkreis verlassen, bevor die Fachleute mit der Entschärfung beginnen konnten.

Bis zum Abschluss der Arbeiten durften Bewohner nicht in den Gefahrenbereich zurückkehren. Auch Straßen und Zufahrtswege im betroffenen Gebiet konnten zeitweise gesperrt werden.

Eine offizielle Abschlussmeldung über den Ausgang der Entschärfung war zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch nicht auffindbar.

Blindgänger bleiben auch nach 80 Jahren gefährlich

Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg werden in Sachsen weiterhin regelmäßig auf Feldern, Baustellen und früher industriell oder militärisch genutzten Flächen entdeckt.

Auch nach mehr als acht Jahrzehnten können die Zünder weiterhin funktionsfähig sein. Korrosion und Materialalterung können die Bergung zusätzlich erschweren. Deshalb dürfen verdächtige Gegenstände niemals berührt, bewegt oder eigenständig freigelegt werden.

Wer einen möglichen Blindgänger entdeckt, sollte:

  • Abstand halten,
  • den Fundort nicht verändern,
  • andere Menschen warnen,
  • sofort die Polizei verständigen,
  • den Anweisungen der Einsatzkräfte folgen.

Einsatz belastet einen kleinen Ort erheblich

Für eine kleine Gemeinde wie Königshain ist die Evakuierung von rund 80 Menschen ein erheblicher Einsatz. Polizei, Feuerwehr und Kampfmittelbeseitigungsdienst müssen Straßen kontrollieren, Bewohner informieren und verhindern, dass Personen den Sperrbereich betreten.

Besonders aufwendig ist die Evakuierung für ältere, kranke oder mobilitätseingeschränkte Menschen. Auch Haustiere, wichtige Medikamente und persönliche Dokumente müssen kurzfristig berücksichtigt werden.

Die Bewohner dürfen erst zurückkehren, wenn die Spezialisten die Bombe entschärft oder anderweitig unschädlich gemacht und die Polizei den Sperrkreis aufgehoben hat.

Quellen und Datenbasis

  • Aktuelle Polizeiinformationen über Fundzeit, Sperrkreis und betroffenen Ortsbereich.