Freiberg. Blumensträuße verschwinden von Gräbern, Stauden werden ausgegraben und Grabschmuck gestohlen. Selbst Kies, Splitt und Mutterboden sind inzwischen betroffen. Die Stadt Freiberg schlägt Alarm: Diebstahl und Vandalismus auf den städtischen Friedhöfen hätten deutlich zugenommen.
Selbst kleine Gegenstände verschwinden
Die Liste der Vorfälle ist ungewöhnlich lang. Nach Angaben des städtischen Bereichsleiters Bestattung, Frank Plattner, werden mittlerweile sogar einfache Schlauchanschlüsse an Wasserstellen entwendet.
Hinzu kommen Menschen, die Wasser in Kanistern vom Friedhof mitnehmen, Hausmüll entsorgen oder Grünabfälle abladen. Auch menschliche Hinterlassenschaften zwischen Büschen und Sträuchern seien inzwischen ein Problem.
Plattner arbeitet seit 31 Jahren auf den Freiberger Friedhöfen. Er beschreibt die Entwicklung deutlich:
„Diebstahl und Vandalismus auf Friedhöfen haben deutlich zugenommen.“
Kosten treffen am Ende alle Nutzer
Die Vorfälle haben nicht nur Auswirkungen auf einzelne Grabstellen. Beschädigte oder gestohlene Gegenstände an gemeinschaftlichen Einrichtungen müssen ersetzt werden.
Die dadurch entstehenden Kosten fließen nach Angaben der Stadt letztlich auch in die Kalkulation der Friedhofsgebühren ein. Damit können die Folgen auch Menschen treffen, die selbst gar nicht unmittelbar Opfer eines Diebstahls geworden sind.
Noch schwerer wiegt für viele Angehörige der persönliche Schaden. Grabschmuck und Pflanzen sind häufig bewusst ausgewählte Erinnerungsstücke.
Stadt erinnert an strafrechtliche Folgen
Die Verwaltung weist zudem darauf hin, dass das Entwenden von Pflanzen oder Grabschmuck kein Kavaliersdelikt ist. Je nach Fall können strafrechtliche Tatbestände erfüllt sein.
Die aktuelle Entwicklung zeigt damit ein Problem, das weit über beschädigte Gegenstände hinausgeht: Friedhöfe sind Orte der Erinnerung und des Abschieds. Gerade deshalb trifft respektloses Verhalten Angehörige besonders.
Quellen und Datenbasis
- Stadt Freiberg, Pressemitteilung „Wenn der Respekt verschwindet“, 14. Juli 2026.