Einsatz auf Innerer Station und in der Chirurgie
Die derzeitige Gruppe arbeitet für zwei beziehungsweise vier Wochen in der Inneren Medizin und in der Chirurgie.
Die Studierenden erhalten dort Einblicke in den Alltag der Ärzte, begleiten Untersuchungen und lernen, theoretisches Wissen auf konkrete Behandlungssituationen zu übertragen.
Für angehende Mediziner sind solche praktischen Ausbildungsabschnitte entscheidend. Erst im direkten Klinikbetrieb wird deutlich, wie Diagnostik, Pflege, Dokumentation und ärztliche Entscheidungen ineinandergreifen.
Kooperation besteht seit zwei Jahren
Die Lausitz Klinik arbeitet seit rund zwei Jahren mit der privaten Health and Medical University in Potsdam zusammen.
Das Krankenhaus bezeichnet sich als beliebter Ausbildungsort. Die steigende Zahl der Praktikanten deutet darauf hin, dass sich die Zusammenarbeit inzwischen verstetigt hat.
Für ein kleineres Krankenhaus ist diese Kooperation besonders wichtig. Universitätskliniken und große Häuser in Berlin, Potsdam oder Dresden ziehen einen erheblichen Teil des medizinischen Nachwuchses an.
Praktikum kann Interesse an der Lausitz wecken
Die Klinik verbindet mit dem Einsatz die Hoffnung, dass die Studierenden einen positiven Eindruck von Forst und der Region mitnehmen.
Wer während der Ausbildung gute Erfahrungen macht, könnte später für eine Facharztausbildung, eine Krankenhausstelle oder eine Tätigkeit in einer Praxis zurückkehren.
Damit wird das Praktikum auch zu einem Instrument gegen den Ärztemangel.
Region braucht langfristig neue Ärzte
Die Bevölkerung im Landkreis wird älter. Dadurch steigt der Bedarf an internistischer, geriatrischer und ambulanter Versorgung.
Gleichzeitig erreichen viele niedergelassene Ärzte in den kommenden Jahren das Rentenalter. Nachwuchsgewinnung darf deshalb nicht erst beginnen, wenn eine Praxis bereits geschlossen ist.
Klinik, Kommunen und Kassenärztliche Vereinigung müssen gemeinsam frühzeitig Perspektiven schaffen.
Kleine Klinik bietet direkten Patientenkontakt
Ein regionales Krankenhaus kann Studierenden Vorteile bieten, die in einem großen Universitätsklinikum nicht immer selbstverständlich sind.
Die Teams sind häufig überschaubarer. Nachwuchsmediziner können dadurch schneller in Abläufe eingebunden werden und erleben ein breiteres Spektrum alltäglicher Erkrankungen.
Entscheidend ist allerdings, dass ausreichend erfahrene Ärzte Zeit für Anleitung und Rückfragen haben.
Neue Trägerschaft eröffnet weitere Möglichkeiten
Seit April 2026 hält das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin die Mehrheitsanteile an der Lausitz Klinik. Die Stadt Forst bleibt mit 49 Prozent beteiligt. Das medizinische Leistungsspektrum sollte durch den Wechsel zunächst erhalten bleiben.
Der größere Klinikverbund kann zusätzliche Möglichkeiten für Ausbildung, Spezialisierung und einen Austausch zwischen den Standorten schaffen.
Ausbildung allein bindet noch keine Fachkräfte
Ein erfolgreiches Praktikum ist nur ein erster Schritt.
Junge Ärzte achten bei ihrer späteren Berufswahl auch auf Arbeitszeiten, Dienstbelastung, Weiterbildungsbefugnisse, Wohnraum und berufliche Möglichkeiten für ihre Partner.
Forst muss deshalb nicht nur als Ausbildungsort, sondern auch als Lebens- und Arbeitsort überzeugen.
Klinik bleibt zentral für die Versorgung
Die Lausitz Klinik ist ein Krankenhaus der Grundversorgung mit knapp 200 Betten und einer Zentralen Notaufnahme. Sie versorgt Patienten aus Forst und dem gesamten Spree-Neiße-Kreis.
Jeder Studierende, der später dauerhaft in der Region arbeitet, wäre deshalb ein Gewinn für die wohnortnahe medizinische Versorgung.
Quellen
Stadt Forst (Lausitz), „Medizinstudierende in der Lausitz Klinik Forst“, veröffentlicht am 29. Juli 2026
Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin, Mitteilung zum Blockpraktikum von Studierenden der Health and Medical University Potsdam, Juli 2026
Stadt Forst (Lausitz), Informationen zur Übernahme der Klinikmehrheit durch das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin, veröffentlicht am 25. März 2026