Der Schock sitzt tief, doch der Verwaltungsbetrieb muss schrittweise weitergehen: Nach dem schweren gewaltsamen Angriff auf eine Mitarbeiterin des Jugendamtes gelten in der Finsterwalder Außenstelle des Landkreises Elbe-Elster ab sofort drastisch verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Der Zutritt zu den Amtsgebäuden ist nur noch unter strengen Auflagen möglich – ein privater Sicherheitsdienst sichert ab sofort die Eingänge und Sprechzeiten ab.
Die Schreckensnachricht über die Attacke im Dienstzimmer hatte weit über die Grenzen des Landkreises hinaus für Bestürzung gesorgt und die Debatte über den Schutz von Beschäftigten im öffentlichen Dienst neu entfacht.
Welche Ämter wieder öffnen – und welche geschlossen bleiben
Die Wiederaufnahme des Publikumsverkehrs erfolgt schrittweise und nur in Teilbereichen. Die Kreisverwaltung hat die Erreichbarkeit der Fachämter am Standort Finsterwalde wie folgt geregelt:
Wieder erreichbar (nur nach Terminvereinbarung): Das Gesundheitsamt sowie das Bauaufsichts-, Umwelt- und Denkmalschutzamt haben den Betrieb für den Publikumsverkehr wieder aufgenommen.
Vorerst weiterhin geschlossen: Das betroffene Jugendamt bleibt für unangekündigte Besucher bis auf Weiteres komplett geschlossen. Gleiches gilt für das Straßenverkehrsamt (Zulassungs- und Fahrerlaubnisbehörde) an der Außenstelle. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, für dringende KFZ- und Führerscheinangelegenheiten auf die Hauptstelle in Herzberg (Elster) oder die weiteren Standorte im Landkreis auszuweichen.
Nur mit Termin und Ausweiskontrolle: So erhalten Bürger Zugang
Um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten und gleichzeitig unkontrollierte Personenbewegungen im Gebäude zu unterbinden, gilt ab sofort eine strikte Zugangskontrolle:
Vorab-Terminvereinbarung: Ein spontaner Behördengang ohne Voranmeldung ist ausgeschlossen. Termine müssen zwingend vorab telefonisch oder über die Online-Portale der jeweiligen Ämter vereinbart werden.
Einlass durch den Wachschutz: Vor den Eingängen kontrollieren Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Terminbestätigungen sowie die Identität der Besucher.
Begleitung im Gebäude: Besucher werden im Eingangsbereich abgeholt und direkt zu den jeweiligen Funktionsräumen begleitet.
Zukunftsdiskussion: Bleiben die Sicherheitsmaßnahmen dauerhaft?
Die Kreisverwaltung Elbe-Elster prüft derzeit gemeinsam mit Sicherheitsexperten und der Polizei, wie das Sicherheitskonzept für alle Verwaltungsstandorte langfristig aufgestellt werden muss. Neben dem Einsatz von Sicherheitsdiensten stehen technische Nachrüstungen wie installierte Notruftasten an den Arbeitsplätzen, bauliche Zutrittssperren und geschulte Deeskalationstrainings für das Personal im Raum.
Vieles deutet darauf hin, dass der freie Zugang zu den Dienstgebäuden auch nach Abklingen der akuten Notlage der Vergangenheit angehören wird – zum Schutz der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
Quellen & Datenbasis
Landkreis Elbe-Elster / Pressestelle: Amtliche Mitteilung zu den geänderten Öffnungszeiten und Sicherheitsbestimmungen an der Außenstelle Finsterwalde.
Polizeidirektion Süd: Ermittlungsberichte und Sicherheitsbewertung zum Vorfall im Jugendamt Finsterwalde.