Wasser kann eine Stadt trennen – oder sie zusammenbringen. In Eberswalde versucht die Stadt seit Jahren, den Finowkanal stärker als öffentlichen Raum zu begreifen. Die Entwicklung der Stadtpromenade zeigt, wie aus einem historischen Verkehrsweg wieder ein Treffpunkt werden soll.
Dabei geht es nicht ausschließlich um bauliche Veränderungen.
Entscheidend ist, ob Menschen einen Ort tatsächlich nutzen und sich dort gerne aufhalten.
Jugendliche bekommen Raum am Wasser
Ein aktuelles Beispiel ist der temporäre Jugendbereich an der Stadtpromenade.
Im Vorfeld des für Ende August geplanten „Beach & Boat“-Festivals wurde dort ein Pop-up-Jugendclub eingerichtet.
Ein künstlicher Strand und Freizeitangebote sollen Jugendliche an den Kanal bringen.
Damit wird ein Bereich, der früher vor allem als Verkehrs- und Industrieachse wahrgenommen wurde, bewusst anders genutzt.
Öffentlicher Raum entscheidet über Innenstadtqualität
Für Stadtplaner ist die Frage zentral, was Menschen dazu bringt, länger in einer Innenstadt zu bleiben.
Geschäfte allein reichen dafür häufig nicht aus.
Benötigt werden Sitzmöglichkeiten, Grünflächen, Freizeitangebote und Orte für Begegnungen.
Der Finowkanal bietet Eberswalde dafür einen natürlichen Ausgangspunkt.
Historische Achse bekommt neue Aufgabe
Die Entwicklung ist bemerkenswert, weil der Kanal seine Funktion damit erneut verändert.
Zunächst war er Infrastruktur für Wirtschaft und Industrie. Später verlor er einen Teil dieser Bedeutung.
Heute wird er zunehmend als Freizeit-, Kultur- und Aufenthaltsraum neu entdeckt.
Für Eberswalde könnte genau diese Mischung aus Geschichte und moderner Nutzung zu einem wichtigen Element der Innenstadtentwicklung werden.
Quellen
Stadt Eberswalde – Stadtpromenade und „Beach & Boat“ Tourismus Eberswalde Barnim Aktuell