In einer Zeit industrieller Massenproduktion wirkt das Flechten eines Korbes beinahe wie ein Gegenentwurf. In der Eberswalder Zainhammermühle können Besucher am heutigen Sonntag erleben, wie aus einzelnen biegsamen Stäben Schritt für Schritt ein Gegenstand entsteht, der tatsächlich benutzt werden kann.
Von 10 bis 16 Uhr findet dort ein Kurs zum Korbflechten mit Peddigrohr statt.
Geleitet wird das Angebot von Lydia Kassemek. Teilnehmen können sowohl Kinder als auch Erwachsene.
Eine Technik, die Geduld verlangt
Peddigrohr wird traditionell für Flechtarbeiten verwendet.
Das Material lässt sich bearbeiten und miteinander verweben, verlangt jedoch Konzentration und ein Gefühl für gleichmäßige Spannung.
Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zu industriell gefertigten Produkten.
Ein selbst geflochtener Gegenstand entsteht nicht innerhalb weniger Sekunden. Jeder Arbeitsschritt bleibt sichtbar und macht deutlich, wie viel Zeit früher in alltäglichen Gebrauchsgegenständen steckte.
Handwerk wird wieder zum Erlebnis
Der Kunstverein „Die Mühle“ möchte mit dem Kurs nach eigenen Angaben dazu beitragen, die Technik des Korbflechtens weiterzugeben.
Dabei geht es nicht ausschließlich um Nostalgie.
Handwerkliche Fähigkeiten erleben seit einigen Jahren wieder zunehmendes Interesse – auch deshalb, weil Reparieren, Wiederverwenden und Selbermachen stärker mit Nachhaltigkeit verbunden werden.
Zainhammermühle bleibt Kulturort
Die Zainhammermühle ist dabei mehr als lediglich Veranstaltungsort.
Mit Ausstellungen, Workshops und handwerklichen Angeboten hat sie sich als Kulturstätte in Eberswalde etabliert.
Der heutige Kurs zeigt eine andere Seite von Kultur: Nicht das fertige Kunstwerk an der Wand steht im Mittelpunkt, sondern das eigene Arbeiten mit den Händen.
Quellen
Stadt Eberswalde – Veranstaltungskalender vom 9. August 2026 Kunstverein Die Mühle e.V. – Zainhammermühle