Dresden. Zugeparkte Kreuzungen, unübersichtliche Querungen und Elterntaxis unmittelbar vor den Schultoren: Für Grundschüler kann bereits der letzte Abschnitt des Schulwegs zum Risiko werden. Dresden nutzt deshalb die Sommerferien 2026 für Arbeiten an sieben Schulstandorten. Die Maßnahmen reichen von wenigen zusätzlichen Pollern bis zu einem neuen Zebrastreifen – der große Umbau des Verkehrs vor den Schulen bleibt jedoch aus.

Zebrastreifen in Striesen kostet 33.000 Euro

Das sichtbarste Vorhaben entsteht an der 51. Grundschule in Striesen. Auf der Rosa-Menzer-Straße wird zwischen Wittenberger Straße und Wartburgstraße ein neuer Fußgängerüberweg eingerichtet.

Der Zebrastreifen entsteht auf Höhe einer bereits vorhandenen Mittelinsel. Dafür werden die Beleuchtung angepasst, neue Markierungen aufgebracht und Verkehrszeichen aufgestellt. Die Arbeiten begannen am 27. Juli und sollen bis zum 7. August 2026 dauern.

Die Stadt veranschlagt dafür rund 33.000 Euro. Zugleich setzt sie damit eine Maßnahme aus ihrer Fußverkehrsstrategie um. Wegen einer bereits bestehenden Vollsperrung der Rosa-Menzer-Straße sollen die zusätzlichen Arbeiten nur geringe neue Verkehrseinschränkungen verursachen.

Auch vor der 8. Grundschule an der Konkordienstraße in Pieschen laufen Arbeiten. Dort entstehen:

  • abgesenkte Bordsteine,
  • zusätzliche Fahrbahnmarkierungen,
  • neue Fahrradbügel,
  • gekennzeichnete Elternhaltestellen.

Die Kosten liegen nach Angaben der Stadt bei rund 21.000 Euro. Die Arbeiten sollen bis Mitte August abgeschlossen werden.

„Gemeinsames Ziel ist es, die Sichtverhältnisse an den Querungen zu verbessern, falsch abgestellte Fahrzeuge fernzuhalten und den Autoverkehr vor den Grundschulen besser zu ordnen.“

So fasst die Stadt den Zweck der sieben Einzelmaßnahmen zusammen. Fünf davon sind bereits fertiggestellt.

Poller, Sperrflächen und abgesenkte Bordsteine

An fünf weiteren Schulen wurden die Arbeiten bereits beendet. Häufig geht es nicht um einen vollständigen Straßenumbau, sondern um vergleichsweise kleine Eingriffe, die gefährliche Stellen übersichtlicher machen sollen.

4. Grundschule, Löwenstraße:
Ein bereits markierter Sperrbereich und vorhandene Elternhaltestellen wurden durch Poller und Baken ergänzt. Dadurch sollen Fahrzeuge nicht mehr unmittelbar an der Querungsstelle stehen und Kindern die Sicht nehmen. Kosten: rund 2.000 Euro.

35. Grundschule, Bünaustraße:
Die Stadt ließ Sperrflächen markieren, Elternhaltestellen einrichten und Fahrradbügel aufstellen. Kosten: etwa 5.000 Euro.

95. Grundschule, Donathstraße:
An den Kreuzungen mit der Troppauer und der Brünner Straße wurden Bordsteine abgesenkt und neue Markierungen aufgebracht. Kosten: rund 15.000 Euro.

103. Grundschule, Hohensteiner Straße:
Neue Bordabsenkungen und Sperrflächen sollen verhindern, dass Autos die Querungen zuparken. Elternhaltestellen sollen den Verkehr direkt vor der Schule entlasten. Kosten: etwa 5.000 Euro.

82. Grundschule, Boltenhagener Platz:
In Klotzsche wurde ein rund 90 Meter langer Fußweg saniert. Schäden durch Baumwurzeln hatten die Nutzung für Fußgänger und Radfahrer erschwert. Mit rund 40.000 Euro ist dies die teuerste Einzelmaßnahme.

Insgesamt investiert Dresden rund 121.000 Euro. Die Summe verteilt sich damit auf sieben Standorte und sehr unterschiedliche Vorhaben – von einfachen Markierungen bis zur vollständigen Erneuerung eines Gehwegabschnitts.

Der Konflikt um die Elterntaxis bleibt

Die baulichen Veränderungen können einzelne Gefahrenstellen entschärfen. Sie lösen jedoch nicht automatisch das Grundproblem vor vielen Schulen: Zu den Bring- und Abholzeiten treffen zahlreiche Autos, Kinder zu Fuß oder auf Fahrrädern, Busse und Anwohnerverkehr auf engem Raum zusammen.

Elternhaltestellen sollen einen Teil des Autoverkehrs vom unmittelbaren Schuleingang wegverlagern. Ob das gelingt, hängt allerdings davon ab, ob die vorgesehenen Flächen tatsächlich genutzt und Halteverbote kontrolliert werden.

Neue Markierungen helfen wenig, wenn Fahrzeuge weiterhin:

  • Kreuzungsbereiche blockieren,
  • auf Gehwegen halten,
  • in zweiter Reihe stehen,
  • Sichtachsen vor Querungen verdecken,
  • Kinder direkt vor dem Eingang aussteigen lassen.

Gerade kleine Kinder können Geschwindigkeit und Entfernung herannahender Fahrzeuge noch nicht zuverlässig einschätzen. Unübersichtliche Straßenräume und falsch geparkte Autos verschärfen dieses Risiko.

Die sieben Maßnahmen zeigen daher zweierlei: Bereits mit überschaubaren Eingriffen lassen sich konkrete Gefahrenstellen verbessern. Gleichzeitig wird deutlich, wie kleinteilig Dresden weiterhin auf Probleme vor einzelnen Schulen reagiert.

Das neue Schuljahr beginnt in Sachsen am 17. August 2026. Bis dahin sollen auch die Arbeiten an der Rosa-Menzer-Straße und der Konkordienstraße beendet sein.

Ob die neuen Poller, Markierungen und Elternhaltestellen im Alltag ausreichen, wird sich erst zeigen, wenn morgens wieder Hunderte Kinder und zahlreiche Autos gleichzeitig vor den Schulen eintreffen.

Quellen und Datenbasis

  • Landeshauptstadt Dresden, Pressemitteilung „Sieben Baustellen für bessere Schulwegsicherheit an Dresdner Grundschulen“ vom 27. Juli 2026.
  • Freistaat Sachsen: Ferien- und Schuljahrestermine 2026/27, Schulbeginn am 17. August 2026.