Tino Piontek ist als Purple Disco Machine längst auf internationalen Festivalbühnen angekommen. Seine musikalischen Wurzeln liegen jedoch in Dresden und in der ostdeutschen Clubkultur, in der seine Leidenschaft für Disco und House entstand. Heute gehört der Produzent und DJ zu den international erfolgreichsten deutschen Vertretern elektronischer Musik.

Dresdner Clubs prägten Purple Disco Machine

Piontek entdeckte nach eigener Darstellung schon früh seine Begeisterung für Italo Disco und später für französischen House. Als Jugendlicher besuchte er Raves in Dresden, bevor er selbst als DJ aktiv wurde.

Eine wichtige Station war eine Residency im Dresdner Club Grotte. Dort spielte Piontek teilweise achtstündige Sets und entwickelte nach eigener Darstellung ein Gespür dafür, wie sich ein Dancefloor musikalisch aufbauen lässt.

Koch, Lehrer und schließlich wieder Musiker

Sein Lebenslauf verlief zunächst keineswegs geradlinig Richtung Weltkarriere. Nach der Schule absolvierte Piontek eine Ausbildung zum Koch und arbeitete nach Angaben seiner offiziellen Biografie in einem renommierten Dresdner Restaurant.

2008 zog er sich zeitweise aus der Musikszene zurück und arbeitete als Lehrer an einer Grundschule. Nebenbei produzierte er Werbemusik, bevor er wieder begann, eigene Tracks zu entwickeln.

Aus dieser Phase entstand schließlich das Projekt Purple Disco Machine. Der Künstlername verbindet nach eigener Darstellung eine Hommage an Prince mit der Miami Sound Machine.

„My House“ brachte den internationalen Durchbruch

2012 sorgte der Track „My House“ für größere internationale Aufmerksamkeit. Weitere Veröffentlichungen wie „Body Funk“, „Devil in Me“ und später das Debütalbum „Soulmatic“ etablierten den Dresdner zunehmend in der internationalen Dance-Szene.

Der große Radioerfolg kam insbesondere mit Songs wie „Hypnotized“, „Fireworks“, „Dopamine“ und „In The Dark“. Sony Music meldete bereits 2022 mehr als eine Milliarde Streams für seinen Katalog.

Inzwischen beziffert Sony Music die Zahl auf mehr als zwei Milliarden Streams.

Grammy krönte seine internationale Karriere

Einen der größten Erfolge seiner Laufbahn feierte Piontek 2023. Bei den 65. Grammy Awards gewann Purple Disco Machine die Auszeichnung für die beste Remix-Aufnahme mit seiner Version von Lizzos „About Damn Time“.

Damit gehörte der Dresdner endgültig zur internationalen Spitze der Produzenten und Remixer.

Zu den Künstlern, deren Musik er bereits bearbeitete, gehören Dua Lipa, Elton John, Lady Gaga, Ariana Grande, Mark Ronson, Calvin Harris und die Rolling Stones.

Von Dresden auf die größten Festivalbühnen

Purple Disco Machine spielte inzwischen auf internationalen Festivals wie Coachella, Tomorrowland und Lollapalooza. Seine Musik verbindet klassische Disco-Elemente mit House, Funk und moderner Popproduktion.

Auch sein drittes Studioalbum „Paradise“ setzt diese Linie fort. Das Album erschien 2024 und unterstreicht Pionteks Entwicklung vom Club-DJ zum international etablierten Produzenten.

Trotz des weltweiten Erfolgs bleibt Dresden ein zentraler Bezugspunkt seiner Biografie. Selbst seine offizielle geschäftliche Kontaktadresse befindet sich weiterhin in der sächsischen Landeshauptstadt.

Ein moderner Ossi mit weltweitem Sound

Purple Disco Machine steht für eine andere Generation ostdeutscher Erfolgsgeschichten. Seine Karriere begann nicht mehr im DDR-Leistungssport oder in staatlichen Kulturinstitutionen, sondern in der Clubszene der Nachwendezeit.

Aus Dresdner Raves, langen DJ-Nächten und einer persönlichen Leidenschaft für Disco entwickelte Tino Piontek einen Sound, der heute weltweit gehört wird. Der Grammy von 2023 markiert dabei einen bisherigen Höhepunkt einer Karriere, die in Ostdeutschland begann und längst international geworden ist.

Quelle:

Offizielle Website Purple Disco Machine; Grammy Awards; Sony Music Entertainment Germany.