Dresden. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden widmen einem der bedeutenden Maler der italienischen Renaissance eine außergewöhnliche Sonderausstellung. Seit Samstag ist im Zwinger die Schau „Correggio. Berührend menschlich“ zu sehen. Sie läuft bis zum 10. Januar 2027.
Antonio Allegri, genannt Correggio, lebte von etwa 1489 bis 1534 und arbeitete vor allem in Parma, Modena und deren Umgebung. Bekannt wurde er für seinen besonderen Umgang mit Licht und Schatten sowie für eine Bildsprache, die religiöse Szenen ungewöhnlich emotional und menschlich erscheinen lässt.
Premiere außerhalb Italiens
Die Dresdner Ausstellung ist nach Angaben der Staatlichen Kunstsammlungen die erste umfassende Präsentation von Correggios Gesamtwerk außerhalb Italiens.
Ausgangspunkt ist der weltweit einzigartige Bestand an Tafelgemälden Correggios in der Gemäldegalerie Alte Meister. Hinzu kommen bedeutende internationale Leihgaben. Einen besonderen Anlass bietet die Restaurierung der „Madonna des heiligen Sebastian“.
Die Ausstellung zeigt damit nicht nur einzelne bekannte Werke. Sie versucht, Correggios künstlerische Entwicklung und seinen Einfluss auf spätere Generationen sichtbar zu machen.
Zu den Künstlern, auf die Correggios Malerei wirkte, zählen unter anderem Parmigianino, Peter Paul Rubens und Anton Raphael Mengs. In der Kunstgeschichte wird seine Bedeutung mit großen Namen der Renaissance wie Leonardo, Raffael, Michelangelo und Tizian in Verbindung gebracht.
Dresden besitzt besondere Correggio-Sammlung
Dass die Ausstellung ausgerechnet in Dresden stattfindet, ist kein Zufall. Die Gemäldegalerie Alte Meister besitzt einen international bedeutenden Bestand an Werken des Malers.
Gerade diese Verbindung von eigenen Beständen und internationalen Leihgaben ermöglicht eine umfassendere Betrachtung seines Schaffens.
Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Correggio menschliche Gefühle darstellte. Seine Figuren erscheinen nicht statisch oder unnahbar. Blicke, Bewegungen, Berührungen sowie der gezielte Einsatz von Licht verleihen vielen Szenen eine für ihre Zeit außergewöhnliche Nähe.
Ausstellung bis Januar geöffnet
Die Sonderausstellung läuft vom 19. September 2026 bis zum 10. Januar 2027. Regulär ist sie von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Montags bleibt die Ausstellung geschlossen.
Für Dresden ist die Schau damit eines der bedeutenden Kunstereignisse des Herbstes und Winters. Gleichzeitig bietet sie die Gelegenheit, einen Renaissance-Maler neu zu entdecken, dessen Name heute deutlich weniger bekannt ist als die Namen vieler seiner Zeitgenossen.