Dessau-Roßlau. Liebe, Sehnsucht, Trennung und Wiedersehen: Das Anhaltische Theater Dessau eröffnet seine Ballettpremieren der neuen Spielzeit mit einem Abend voller großer Gefühle. Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, feiert „Mythen der Liebe“ um 19.30 Uhr im Großen Haus Premiere. Zwei berühmte Liebesgeschichten der Antike bilden die Grundlage für eine neue Tanzproduktion, die romantische Orchestermusik mit unterschiedlichen choreografischen Handschriften verbindet.
Zwei Liebesgeschichten zwischen Sehnsucht und Schicksal
Im Mittelpunkt des Ballettabends stehen die antiken Erzählungen von Amor und Psyche sowie Daphnis und Chloé. Beide Geschichten beschäftigen sich mit den Herausforderungen der Liebe, erzählen jedoch auf unterschiedliche Weise von der Verbindung zweier Menschen.
Für die Umsetzung hat das Anhaltische Theater zwei Choreografinnen gewonnen: Emmanuelle Grizot und Anna Vita.
Während Grizot die Geschichte von Amor und Psyche in einer freien, zeitgenössisch anmutenden Szenenfolge interpretiert, orientiert sich Vita bei ihrer Inszenierung von Daphnis und Chloé stärker an der ursprünglichen Handlung.
So entstehen zwei eigenständige choreografische Perspektiven, die an einem Abend miteinander verbunden werden.
Amor und Psyche: Eine Liebe voller Prüfungen
Der erste Teil widmet sich dem Mythos von Amor und Psyche, einer der bekanntesten Liebesgeschichten der Antike.
Im Zentrum steht die Beziehung zwischen der sterblichen Psyche und Amor, dem Gott der Liebe. Ihre Verbindung ist von Sehnsucht, Leid und zahlreichen Prüfungen geprägt.
Die Geschichte inspirierte den französischen Komponisten César Franck im Jahr 1887 zu seiner sinfonischen Dichtung „Psyché“.
Emmanuelle Grizot greift diese Musik auf und überträgt ihren romantischen Charakter in eine moderne Bewegungssprache.
Dabei folgt ihre Choreografie nicht ausschließlich einer geradlinigen Erzählung. Vielmehr entwickelt sie eine freie Folge von Szenen, die die Gefühle und Konflikte des antiken Liebespaares in die Gegenwart übertragen.
Daphnis und Chloé: Von der Trennung zum Wiedersehen
Im zweiten Teil des Abends steht die Geschichte von Daphnis und Chloé im Mittelpunkt.
Die beiden Findelkinder wachsen als Hirten auf, entdecken ihre Gefühle füreinander, werden voneinander getrennt und finden schließlich wieder zusammen.
Der französische Komponist Maurice Ravel vertonte den Stoff 1912 in seinem berühmten Ballett „Daphnis et Chloé“.
Gastchoreografin Anna Vita setzt für ihre Inszenierung auf eine engere Verbindung zur ursprünglichen Handlung.
Damit entsteht ein Kontrast zum ersten Teil: Während „Psyché“ stärker mit freien Bildern und zeitgenössischen Ausdrucksformen arbeitet, rückt „Daphnis und Chloé“ die erzählerische Entwicklung der beiden Liebenden in den Vordergrund.
Anhaltische Philharmonie begleitet den Ballettabend
Auch musikalisch setzt die Produktion auf große Orchesterklänge.
Die musikalische Leitung übernimmt Markus L. Frank. Es spielt die Anhaltische Philharmonie Dessau. Darüber hinaus wirkt der Opernchor des Anhaltischen Theaters mit.
Für die Bühnengestaltung zeichnet Moritz Nitsche verantwortlich. Das Lichtdesign stammt von Guido Petzold, die Kostüme entwirft Judith Fischer.
Die dramaturgische Betreuung übernimmt Gregor Schima.
Gemeinsam gestalten die Beteiligten einen Ballettabend, der zwei musikalische Werke aus unterschiedlichen Epochen der französischen Romantik mit zeitgenössischem Tanz verbindet.
Einblick in die Proben vor der Premiere
Bereits vor der Premiere können Interessierte mehr über die Inszenierung erfahren.
Am Dienstag, dem 27. Oktober, lädt das Anhaltische Theater um 18.15 Uhr zu einer Stückeinführung mit Einblicken in die Proben ein. Die Veranstaltung findet im Foyer des Großen Hauses statt.
Die Premiere folgt am Freitag, dem 30. Oktober, um 19.30 Uhr.
Weitere Vorstellungen sind unter anderem für den 7. und 15. November 2026 sowie den 8. Januar 2027 vorgesehen.
Karten sind über die Theaterkassen und den Online-Ticketverkauf des Anhaltischen Theaters erhältlich. Reservierungen sind telefonisch unter 0340 2511-333 möglich.
Große Gefühle in einer modernen Interpretation
Mit „Mythen der Liebe“ widmet sich das Anhaltische Theater zwei Erzählungen, deren Themen über Jahrhunderte hinweg nichts von ihrer Bedeutung verloren haben.
Die Suche nach Nähe, die Angst vor Verlust und die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft bilden den emotionalen Kern beider Geschichten.
Der besondere Reiz des Abends liegt in der Begegnung zweier choreografischer Handschriften: einer freien, zeitgenössischen Interpretation und einer stärker erzählerisch geprägten Inszenierung.
Am 30. Oktober wird sich zeigen, wie die antiken Liebesgeschichten auf der Dessauer Bühne zu neuem Leben erwachen.