Im videoüberwachten Bereich der Cottbuser Innenstadt ist die Zahl der Straftaten gesunken. Zahlen des Innenministeriums zeigen, dass die Kriminalität im angrenzenden Gebiet gleichzeitig zunahm.
Straftaten am Stadthallenvorplatz gehen zurück
Auf dem überwachten Vorplatz der Stadthalle registrierte die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 203 Straftaten. Im Vorjahr waren es 234 Fälle. Für 2023 weist die Statistik noch 263 Straftaten aus.
Damit ging die Zahl innerhalb von zwei Jahren um rund 23 Prozent zurück. Ob die Kameras allein für diese Entwicklung verantwortlich sind, lässt sich aus der Statistik jedoch nicht ableiten.
Fallzahlen steigen außerhalb des Kamerabereichs
Anders entwickelte sich die Lage im angrenzenden Bereich. Dort stieg die Zahl der registrierten Straftaten um 90 Fälle auf insgesamt 528.
Im gesamten übrigen Stadtgebiet nahm die Kriminalität ebenfalls zu. Cottbus registrierte 2025 rund 10.800 Straftaten. Das waren etwa 300 Fälle mehr als im Jahr zuvor.
Das Innenministerium hält deshalb einen möglichen Verdrängungseffekt für denkbar. Straftaten könnten sich aus dem überwachten Bereich in benachbarte Straßen und Plätze verlagert haben.
Videoüberwachung soll bestehen bleiben
Trotz dieser Entwicklung bewertet das Ministerium die Kameras am Stadthallenvorplatz als bewährte Maßnahme. Die Überwachung soll dort fortgesetzt werden.
Das Land Brandenburg prüft zudem eine Änderung des Ordnungsbehördengesetzes. Moderne Kameratechnik könnte dadurch an besonders gefährdeten Orten leichter eingesetzt werden. Der Datenschutz soll nach Angaben des Landes weiterhin berücksichtigt werden.
Kameras ersetzen keine Polizeipräsenz
Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild. Im unmittelbar überwachten Bereich wurden weniger Straftaten erfasst. Gleichzeitig wuchs die Belastung in anderen Teilen der Stadt.
Videoüberwachung kann bei der Aufklärung von Straftaten helfen und abschreckend wirken. Sie ersetzt jedoch keine sichtbare Polizeipräsenz, Präventionsarbeit und konsequente Strafverfolgung.
Quelle: Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg; dpa, veröffentlicht am 28. August 2026.