Cottbus. Von amerikanischen Tanztraditionen über Jazz und Swing bis zur musikalischen Ironie eines sowjetischen Komponisten: Das Staatstheater Cottbus lädt am 30. Oktober und 1. November 2026 zum zweiten Philharmonischen Konzert der Spielzeit ein. Unter dem Titel „Im gleichen Takt“ präsentiert das Philharmonische Orchester vier Werke, die trotz ihrer unterschiedlichen Entstehungszeiten und kulturellen Hintergründe eines gemeinsam haben: die verbindende Kraft des Rhythmus.

Musikalische Reise durch verschiedene Kulturen

Den Auftakt bildet „Colonial Dance“ der amerikanischen Komponistin Florence Price. Sie schrieb das Werk 1933 zu einer Zeit, als afroamerikanische Frauen im klassischen Konzertbetrieb erheblichen Benachteiligungen ausgesetzt waren.

In ihrer Komposition verbindet Price afroamerikanische Tanztraditionen mit der Klangsprache des spätromantischen Orchesters.

Fast neun Jahrzehnte später griff der Komponist Carlos Simon ähnliche musikalische Wurzeln auf. Seine 2020 entstandenen „Four Black American Dances“ vereinen Einflüsse aus Gospel, Blues und Jazz mit der Klangfülle eines großen Sinfonieorchesters.

Beide Werke zeigen, wie unterschiedliche musikalische Traditionen die klassische Orchestermusik bereichern.

Klarinettenkonzert trifft auf Swing

Mit Aaron Coplands Klarinettenkonzert erhält der Abend eine weitere musikalische Facette.

Als Solist ist Alexander Muhr zu erleben. Das Werk verbindet Elemente der klassischen Konzertmusik mit Einflüssen des Swing und stellt zugleich hohe Anforderungen an den Klarinettisten.

Unter der musikalischen Leitung von Johannes Zurl entfaltet sich dabei ein Zusammenspiel zwischen Soloinstrument und Orchester, das unterschiedliche musikalische Ausdrucksformen miteinander verbindet.

Schostakowitschs überraschende neunte Sinfonie

Den Abschluss bildet die neunte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch aus dem Jahr 1945.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde vom sowjetischen Komponisten ein monumentales musikalisches Siegeswerk erwartet.

Schostakowitsch entschied sich jedoch für einen ungewöhnlichen Weg. Statt eines gewaltigen Triumphstücks entstand eine vergleichsweise kurze Sinfonie voller Leichtigkeit, Ironie und überraschender Wendungen.

Hinter dem stellenweise heiteren Charakter treten immer wieder ernstere musikalische Gedanken hervor.

Zwei Konzerttermine im Großen Haus

Das zweite Philharmonische Konzert findet am Freitag, 30. Oktober 2026, um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 1. November 2026, um 19 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus statt.

Die musikalische Leitung übernimmt Johannes Zurl. Alexander Muhr ist als Klarinettensolist zu hören.

Karten sind beim Besucherservice des Staatstheaters am Schillerplatz 1, telefonisch unter 0355 7824 242 sowie über den Online-Ticketverkauf des Theaters erhältlich.

Mit „Im gleichen Takt“ zeigt das Philharmonische Orchester Cottbus, wie Musik über kulturelle und zeitliche Grenzen hinweg Verbindungen schaffen kann. Vier unterschiedliche Kompositionen werden dabei zu einem Konzertabend, dessen gemeinsamer Mittelpunkt der Rhythmus ist.