Nahezu jedes Wohn-, Geschäfts- und Wirtschaftsgebäude in Bischofswerda und seinen Ortsteilen ist jetzt fotografisch festgehalten. Ortschronist Gerald Svarovsky hat zwischen März und Juni 2026 eine umfangreiche Dokumentation mit fast 4.000 Aufnahmen erstellt und dem Stadtarchiv als Schenkung übergeben. Die Sammlung zeigt den baulichen Ist-Zustand der Stadt zum 30. Juni 2026 und soll künftig fortgeschrieben werden. 032_2026_Amtsblatt_BIW_06082026.pdfPDF
Fast alle Gebäude der Stadt wurden fotografiert
In Bischofswerda und seinen Ortsteilen leben derzeit rund 10.000 Menschen. Bislang gab es jedoch keine umfassende fotografische Dokumentation darüber, wie die Bebauung der Stadt zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich aussieht.
Diese Lücke wollte Svarovsky schließen.
Innerhalb von nur drei Monaten fotografierte er nahezu sämtliche Wohnhäuser sowie Geschäfts- und Wirtschaftsgebäude im Stadtgebiet. Dabei beschränkte sich die Arbeit nicht auf die Kernstadt.
Einbezogen wurden auch die Ortsteile Belmsdorf, Geißmannsdorf, Goldbach, Großdrebnitz, Kleindrebnitz, Kynitzsch, Pickau, Schönbrunn und Weickersdorf.
Zusätzlich wurde ein großer Teil der Straßenzüge dokumentiert. Bischofswerda verfügt aktuell über fast 180 verschiedene Straßen.
Sammlung umfasst nahezu 4.000 Aufnahmen
Das Ergebnis ist eine Fotosammlung mit fast 4.000 Bildern.
Sie zeigt die Außenansichten nahezu aller Gebäude auf dem Gebiet der Stadt. Damit entsteht ein außergewöhnlich genauer fotografischer Querschnitt durch Bischofswerda im Jahr 2026.
Der besondere Wert der Dokumentation liegt nicht nur in ihrem Umfang, sondern auch in ihrem engen zeitlichen Rahmen.
Da sämtliche Aufnahmen zwischen März und Juni entstanden, lässt sich die Sammlung als vergleichsweise präzise Momentaufnahme der Stadt zum 30. Juni 2026 lesen.
Für spätere Generationen kann dadurch nachvollziehbar werden, wie einzelne Straßenzüge, Häuser und Ortsteile zu diesem Zeitpunkt ausgesehen haben.
Idee entstand aus jahrzehntelanger Beschäftigung mit Stadtgeschichte
Svarovsky beschäftigt sich nach Angaben der Stadt bereits seit 1990 als Hobby intensiv mit der Entwicklung Bischofswerdas.
Aus dieser Arbeit gingen bislang drei Fotobände hervor, die sich mit der Stadtentwicklung beschäftigen.
Dort wurden allerdings nur ausgewählte Gebäude dokumentiert. Eine nahezu vollständige Übersicht der gesamten Stadt gab es bislang nicht.
Genau daraus entstand die Idee für das neue Projekt.
Ein zeitlicher Zufall half bei der Umsetzung: Im Frühjahr 2026 fiel bei dem selbstständig als Dozent und Kommunalberater tätigen Ortschronisten eine größere Vorlesung aus. Die dadurch frei gewordene Zeit nutzte er für die systematische fotografische Erfassung.
Stadtarchiv erhält einen festen Zeitstand
Für das Stadtarchiv besitzt die Sammlung einen besonderen Wert, weil sie einen klar definierten Zustand dokumentiert.
Städte verändern sich fortlaufend. Häuser werden saniert oder abgerissen, Baulücken geschlossen, neue Wohn- und Gewerbegebiete entstehen.
Viele dieser Veränderungen sind im Einzelnen dokumentiert. Eine nahezu vollständige fotografische Bestandsaufnahme zu einem konkreten Zeitpunkt ist dagegen selten.
Gerade deshalb soll die Sammlung nicht statisch bleiben.
In den kommenden Jahren sollen neue Entwicklungen schrittweise ergänzt werden.
Neue Wohngebiete und Sanierungen sollen folgen
Zu den Bereichen, die künftig in die Dokumentation aufgenommen werden sollen, gehören neu entstehende Wohn- und Gewerbegebiete.
Die Stadt nennt unter anderem Entwicklungen am Rammenauer Weg, an der Süßmilchstraße und an der Bautzener Straße.
Auch Veränderungen in den Ortsteilen sollen berücksichtigt werden.
Hinzu kommen Lückenbebauungen sowie größere Sanierungsprojekte. Als Beispiel nennt das Amtsblatt das Kulturhaus.
Nach Abschluss solcher Vorhaben sollen neue Aufnahmen in die bestehende Sammlung integriert werden.
Damit kann die Dokumentation langfristig zu einer fortlaufenden visuellen Chronik der Stadtentwicklung werden.
Gerald Svarovsky ist seit 2021 Ortschronist
Gerald Svarovsky ist seit dem 1. Januar 2021 offizieller Ortschronist der Stadt Bischofswerda.
Er stammt aus Bischofswerda und lebt mit kurzen Unterbrechungen seit mehr als 60 Jahren in der Stadt.
Die nun übergebene Fotodokumentation versteht er nach Angaben des Amtsblattes auch als persönlichen Beitrag zur 800-Jahr-Feier der Stadt im kommenden Jahr.
Damit erhält die Sammlung zusätzlich einen symbolischen Bezug zum Stadtjubiläum.
Sie dokumentiert nicht nur die Vergangenheit, sondern hält fest, wie Bischofswerda unmittelbar vor dem Jubiläumsjahr aussieht.
Schenkung an das Stadtarchiv sichert die Sammlung langfristig
Durch die Übergabe an das Stadtarchiv bleibt die Sammlung dauerhaft als Teil des kommunalen Gedächtnisses erhalten.
Auf dem im Amtsblatt veröffentlichten Foto ist die Übergabe der Dokumentation zu sehen. Ortschronist Gerald Svarovsky übergibt die Sammlung an Stadtarchivar Dr. Jan Gülzau und Oberbürgermeister Holm Große.
Damit geht die private Dokumentationsarbeit in den Bestand einer öffentlichen Einrichtung über.
Für Historiker, Stadtplaner, Heimatforscher und künftige Generationen kann die Sammlung später eine wichtige Quelle sein, wenn nachvollzogen werden soll, wie sich einzelne Gebäude, Straßen und Ortsteile verändert haben.
Quellen
Stadt Bischofswerda – Elektronisches Amtsblatt 032/2026 vom 6. August 2026, „Einmalige Dokumentation über die Stadt Bischofswerda übergeben“