Die RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) widmet sich in einer neuen Geschichte einem gesellschaftlichen Problem, das für viele Menschen längst zum Alltag gehört: sexualisierter Gewalt im Internet. Gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation HateAid wollen die Serienmacher auf digitale Übergriffe aufmerksam machen, Betroffene stärken und über Hilfsangebote informieren.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Alicia Bäumler, gespielt von Josefin Bressel. Ihre Erfahrungen mit digitalen Angriffen sollen zeigen, wie tiefgreifend die Folgen von Bloßstellungen, Manipulationen und sexualisierter Gewalt sein können.
Alicia wird zur Zielscheibe digitaler Angriffe
Die neue Geschichte begann am 13. Oktober mit Folge 8.633 auf RTL+. Im linearen Fernsehen ist sie ab dem 20. Oktober zu sehen. Bis Ende November entwickelt sich die Handlung über mehrere Wochen weiter.
Dabei erlebt Alicia, wie digitale Angriffe zunehmend in ihr persönliches Leben eingreifen. Ende Oktober verschärft sich die Situation: Die Figur wird mit manipulierten Bildern und Videos konfrontiert.
Solche sogenannten Deepfakes entstehen mithilfe digitaler Technologien, mit denen sich Bilder und Videoaufnahmen täuschend echt verändern oder künstlich erzeugen lassen. Insbesondere sexualisierte Darstellungen können dazu dienen, Menschen öffentlich bloßzustellen, einzuschüchtern oder gezielt unter Druck zu setzen.
Die Geschichte soll deutlich machen, dass die Folgen digitaler Gewalt keineswegs auf soziale Netzwerke beschränkt bleiben. Betroffene können auch in ihrem beruflichen, familiären und privaten Umfeld erheblich belastet werden.
HateAid begleitet die neue GZSZ-Geschichte
Für die Umsetzung arbeitet die Produktionsfirma UFA Serial Drama mit HateAid zusammen. Die Organisation setzt sich für Menschen ein, die von digitaler Gewalt betroffen sind.
Begleitet wird die Serienhandlung von einer gemeinsamen Aufklärungskampagne von GZSZ, RTL, UFA Serial Drama und HateAid.
Geplant sind Informationsangebote, Interviews, Beiträge in sozialen Netzwerken und Hinweise auf konkrete Unterstützungsmöglichkeiten. Auch Schauspielerinnen und Schauspieler der Serie sollen ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen.
Ziel ist es, Menschen für die unterschiedlichen Formen digitaler Gewalt zu sensibilisieren und Betroffene zu ermutigen, sich Unterstützung zu suchen.
Digitale Gewalt kann Menschen aus der Öffentlichkeit verdrängen
Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin von HateAid, warnt vor einer Verharmlosung digitaler Übergriffe.
Hass, öffentliche Bloßstellungen und sexualisierte Angriffe könnten Menschen einschüchtern und dazu führen, dass sie sich aus öffentlichen Diskussionen im Internet zurückziehen.
Die Verantwortung liege bei denjenigen, die solche Übergriffe begehen. Zugleich müssten auch Onlineplattformen ihrer Verantwortung bei der Verbreitung entsprechender Inhalte gerecht werden.
Für HateAid ist deshalb entscheidend, dass Betroffene ernst genommen werden und Unterstützung erhalten, anstatt mit den Folgen der Angriffe allein gelassen zu werden.
Schauspielerin Josefin Bressel kennt die Belastungen aus ihrem Umfeld
Auch Josefin Bressel beschäftigt die Problematik über ihre Rolle hinaus. Die Schauspielerin berichtet, in ihrem privaten Umfeld erlebt zu haben, wie sehr digitale Diffamierungen und sexualisierte Angriffe Menschen verunsichern können.
Die Erfahrungen machten deutlich, dass solche Übergriffe weit über den Bildschirm hinausreichen.
Bressel betont deshalb die Bedeutung eines unterstützenden Umfelds. Menschen, die digitale Gewalt erleben, müssten Gehör finden und ernst genommen werden.
Mit ihrer Rolle möchte sie dazu beitragen, dass die Auswirkungen solcher Angriffe stärker wahrgenommen werden.
Produzentin will gesellschaftliche Realität sichtbar machen
Katja Bäuerle, Produzentin bei UFA Serial Drama, sieht in der neuen Handlung die Möglichkeit, ein häufig unterschätztes Problem für ein breites Fernsehpublikum nachvollziehbar zu machen.
Die Serie greift seit vielen Jahren gesellschaftliche Konflikte auf und erzählt sie anhand der persönlichen Erfahrungen ihrer Figuren.
Mit Alicias Geschichte soll gezeigt werden, wie digitale Gewalt den Alltag verändern und das Sicherheitsgefühl der Betroffenen beeinträchtigen kann.
Gerade das Format einer täglichen Serie ermöglicht es, die Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu erzählen und dabei nicht nur den unmittelbaren Angriff, sondern auch dessen Folgen darzustellen.
Mehr als 9.000 Betroffene von HateAid unterstützt
Die gemeinnützige Organisation HateAid wurde 2018 als bundesweite Beratungsstelle für Betroffene digitaler Gewalt gegründet.
Nach eigenen Angaben hat sie seitdem mehr als 9.000 Menschen unterstützt. Neben der Beratung hilft die Organisation Betroffenen dabei, ihre Rechte gegenüber Verantwortlichen und Onlineplattformen durchzusetzen.
HateAid engagiert sich außerdem auf politischer Ebene in Berlin und Brüssel für einen besseren Schutz vor digitaler Gewalt.
Die Organisation ist als sogenannter Trusted Flagger nach dem europäischen Digital Services Act anerkannt. Damit kann sie Hinweise auf mutmaßlich rechtswidrige Inhalte über einen priorisierten Meldeweg an Plattformen übermitteln. Die rechtliche Bewertung der gemeldeten Inhalte wird dadurch nicht vorweggenommen.
Gemeinsamer Leitfaden soll konkrete Hilfe bieten
Parallel zur Serienhandlung veröffentlichen GZSZ und HateAid einen Leitfaden für Betroffene.
Darin werden Formen digitaler Gewalt erläutert und mögliche nächste Schritte aufgezeigt. Außerdem enthält das Angebot Hinweise auf Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten.
Damit soll die Kampagne über die eigentliche Fernsehunterhaltung hinausgehen.
Die Beteiligten wollen vermitteln, dass digitale Übergriffe weder selbstverständlich noch hinzunehmen sind und dass sich Betroffene Hilfe holen können.
Neue Geschichte läuft bis Ende November
Die Handlung um Alicia Bäumler wird bis Ende November bei GZSZ weitererzählt.
Die Serie läuft montags bis freitags um 19.40 Uhr bei RTL. Auf RTL+ stehen neue Folgen bereits eine Woche vor der Fernsehausstrahlung zur Verfügung.
Mit der Zusammenarbeit von UFA Serial Drama, RTL und HateAid verbindet die Produktion ein aktuelles gesellschaftliches Thema mit einer reichweitenstarken Unterhaltungsserie.
Ob daraus auch außerhalb des Fernsehbildschirms eine größere öffentliche Diskussion über digitale Gewalt entsteht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.