Kampf gegen Waffengewalt
Berlins Spezialermittler haben 68 Haftbefehle erwirkt, nachdem die Schusswaffengewalt in der Hauptstadt deutlich zugenommen hatte.
Mehr als 50 Verdächtige sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Insgesamt wurden 68 Haftbefehle erlassen. Die Sonderermittler von „Ferrum“ haben mehr als 600 Verfahren angestoßen, seit die Einheit vor rund neun Monaten ihre Arbeit aufnahm.
Ferrum führt mehr als 600 Ermittlungsverfahren
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft kontrollierte die Sondereinheit bislang mehr als 3.800 Fahrzeuge sowie 866 Lokale und Geschäfte. Rund 280 Menschen wurden im Rahmen der Maßnahmen vorübergehend festgenommen.
Bei der Staatsanwaltschaft arbeitet parallel die Ermittlungsgruppe „Telum“. Dort lagen Anfang August 197 Verfahren vor, in elf Fällen wurde bereits Anklage erhoben. Ziel ist vor allem die Aufklärung organisierter Strukturen hinter Schießereien, illegalem Waffenbesitz und Schutzgelderpressung.
Schusswaffengewalt nimmt in Berlin zu
2025 registrierte die Polizei 1.119 Fälle, in denen Schusswaffen verwendet wurden. Dazu zählen sowohl tatsächliche Schussabgaben als auch Bedrohungen mit Waffen. Die Zahl lag 68 Prozent über dem Vorjahr; ein Teil des statistischen Anstiegs hängt allerdings mit einer seit 2025 genaueren Erfassung der Waffenverwendung zusammen.
Bis zum 5. August 2026 registrierte die Polizei bereits 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen. Die Ermittler berichten zudem von zunehmend jungen Tatverdächtigen und illegal beschafften oder umgebauten Waffen.
Die Bilanz der Sonderermittler zeigt damit zwei Entwicklungen gleichzeitig: Berlin geht mit erheblichem personellem Aufwand gegen die Waffenszene vor, doch der hohe Ermittlungsstand macht zugleich sichtbar, welche Dimension das Problem inzwischen erreicht hat.
Quelle: Polizei Berlin; Staatsanwaltschaft Berlin