Zwischen Gemälden, Ausstellungsräumen und historischen Bildwelten entsteht im September eine ungewöhnliche Verbindung von Theater und Museum. Die Besucher können sich frei durch die Inszenierung bewegen und selbst entscheiden, welchen Darstellern sie folgen.
Die Performance „Alternde Meister“ ist eine Koproduktion des Berliner Ensembles und der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Premiere findet am Freitag, 11. September 2026, während der Berlin Art Week statt.
Weitere Aufführungen folgen am 12. und 13. September.
25 Performer treten zwischen den Gemälden auf
Ersan Mondtag und Nadim Samman inszenieren einen Dialog zwischen 25 Performerinnen und Performern und der Sammlung der Gemäldegalerie.
Zu den Mitwirkenden gehören Schauspieler, Künstler, Sänger, Tänzer und weitere Persönlichkeiten verschiedener Generationen. Genannt werden unter anderem Frank Büttner, Eva-Maria Keller, Sema Poyraz, WestBam und Louis Hofmann.
Die Inszenierung beschäftigt sich mit Vergänglichkeit, Erschöpfung, Erneuerung, Verschwinden und Fortbestehen. Zugleich soll sie ein kollektives Porträt Berlins zeichnen.
Performance wiederholt sich alle 30 Minuten
Die Aufführung läuft in einem sich wiederholenden Zyklus von 30 Minuten. Zu Beginn verharren die Mitwirkenden regungslos in verschiedenen Ausstellungsräumen und erscheinen dadurch zunächst wie ein Teil der Sammlung.
Anschließend erwachen sie, kleiden sich an und führen individuelle Handlungen aus. Danach versammelt sich die Gruppe zu einer gemeinsamen Zeremonie, bevor sie sich wieder auflöst und ein neuer Zyklus beginnt.
Die Besucher können jederzeit einsteigen, einzelnen Darstellern folgen und frei zwischen den Räumen wechseln.
Cranachs „Jungbrunnen“ prägt die Dramaturgie
Die Inszenierung orientiert sich an Lucas Cranachs des Älteren Gemälde „Der Jungbrunnen“ aus dem Jahr 1546.
Cranach zeigt darin alte Frauen, die durch ein Bad ihre Jugend zurückerlangen und anschließend in einen Garten voller Musik, Tanz und Festlichkeit geführt werden.
„Alternde Meister“ übernimmt die Abfolge von Verwandlung, Ankleiden und gemeinsamer Versammlung, verändert jedoch das Ende. Die Performer bereiten sich nicht auf ein Fest, sondern auf eine Trauerfeier vor.
Trauer geht in gemeinsames Lachen über
In jedem Zyklus steht eine Person im Mittelpunkt und wird von den übrigen Mitwirkenden betrauert. Begleitet wird das Ritual von einer Sequenz aus Gustav Mahlers „Kindertotenliedern“.
Die Trauer löst sich schließlich in gemeinsames Lachen auf. Dieses erstarrt wiederum zu einem Tableau, in dem Lebendigkeit und Vergänglichkeit zusammengeführt werden.
Die Besucher sollen die Körper der Darsteller mit derselben Aufmerksamkeit betrachten wie die Werke der Alten Meister. Falten, Narben, Erschöpfung und Verletzlichkeit erscheinen dabei als sichtbare Spuren gelebten Lebens.
Parallel Ausstellung von Ersan Mondtag
Zeitgleich zeigt die Galerie Dittrich & Schlechtriem Ersan Mondtags Einzelausstellung „Dispair“. Der Titel verbindet die englischen Wörter für Verzweiflung und Verschwinden.
Die Ausstellung greift Themen der Performance auf und überträgt sie auf Skulpturen und Installationen. Verwendet werden unter anderem karbonisiertes Holz sowie Reliefs aus Holz und Silikon.
Termine und Eintritt
Die Premiere findet am Freitag, 11. September, um 19 und 20.30 Uhr statt.
Am Sonnabend und Sonntag, 12. und 13. September, beginnen Aufführungen jeweils um 10.30 Uhr, 13 Uhr und 15.30 Uhr.
Die Termine am Wochenende können mit einer Eintrittskarte für die Gemäldegalerie besucht werden.
Quellen
Staatliche Museen zu Berlin – Gemäldegalerie: „Ersan Mondtag und Nadim Samman: Alternde Meister“, Pressemitteilung vom 4. August 2026.