Der Städteverbund „Kleines Dreieck“ hat Ende Juli 2026 einen zweiten Aufruf zur Förderung grenzüberschreitender Mikroprojekte gestartet. Vereine, Gruppen, Initiativen und kirchliche Organisationen aus Zittau, dem polnischen Bogatynia und dem tschechischen Hrádek nad Nisou können ihre Anträge bis zum 31. August 2026 einreichen. Für die Jahre 2026 und 2027 stehen insgesamt 18.000 Euro zur Verfügung.

Welche Projekte gefördert werden können

Gesucht werden überschaubare Vorhaben, die Menschen aus mindestens zwei der drei Partnerstädte zusammenbringen. Die Projekte sollen einen konkreten Beitrag zur Zusammenarbeit im Dreiländereck leisten und sich an den Ergebnissen des Bürgerbeteiligungsprojektes „Trialog im Dreiländereck“ orientieren.

Im Antragsformular werden unter anderem die Themen Sprache und Bildung, gemeinsame Identität, Mobilität, Wirtschaft und Transformation, Energieversorgung, Tourismus und Umwelt genannt. Antragsteller müssen darstellen, wie viele Teilnehmer aus den beteiligten Städten erwartet werden und wo das Vorhaben stattfinden soll.

18.000 Euro für die Jahre 2026 und 2027

Für die Mikroprojekte steht in den beiden Förderjahren ein gemeinsames Budget von insgesamt 18.000 Euro bereit. Zweimal jährlich soll es öffentliche Aufrufe geben.

Über die eingereichten Ideen entscheidet der sogenannte Trialog-Rat. Das Bürgergremium bewertet die Vorschläge nach ihrem Nutzen für die Allgemeinheit, der Beteiligung der Bevölkerung, einem nachvollziehbaren Finanzierungsplan und ihrer positiven Wirkung für den Städteverbund. Einen automatischen Anspruch auf Förderung gibt es nicht.

Neben der beantragten Förderung müssen im Formular auch mögliche Eigenmittel, Spenden, Sponsorengelder, Teilnehmerbeiträge und weitere öffentliche Zuschüsse aufgeführt werden. Damit soll nachvollziehbar bleiben, wie das jeweilige Vorhaben finanziert wird.

Erste vier Projekte bereits bewilligt

Beim ersten Förderaufruf wurden bereits vier Vorhaben ausgewählt. Dazu gehören eine Akademie für grenzüberschreitende Prävention, eine internationale Fußball-Miniliga für Schüler unter elf Jahren, ein gemeinsamer Sporttag sowie ein Projekt zu Traditionen im Dreiländereck.

Die bewilligten Ideen kommen von Vereinen sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen aus Bogatynia und Hrádek nad Nisou. Sie decken Prävention, Kinder- und Jugendarbeit, Sport und kulturellen Austausch ab.

Bürgergremium soll den Strukturwandel begleiten

Der Trialog-Rat besteht aus 15 Bürgerinnen und Bürgern aus den drei Partnerstädten. Sie wurden im März 2026 von den Bürgermeistern Thomas Zenker, Wojciech Dobrołowicz und Pavel Farský berufen. Zuvor waren 37 Bewerbungen eingegangen; die Auswahl erfolgte per Losverfahren.

Das Gremium soll die Bevölkerung dauerhaft stärker in die Entwicklung der Grenzregion einbeziehen. Hintergrund ist der Strukturwandel im Umfeld des Braunkohletagebaus Turów und die Frage, wie Wirtschaft, Verkehr, Energieversorgung und Lebensqualität künftig grenzüberschreitend gestaltet werden können. Rund 800 Menschen waren bereits in der ersten Projektphase befragt worden.

Anträge müssen vollständig vorliegen

Die Anträge müssen bis spätestens 31. August 2026 vollständig bei der Geschäftsstelle des Städteverbundes „Kleines Dreieck“ in Zittau eingegangen sein. Neben der Projektbeschreibung werden ein Finanzierungsplan, Angaben zum Durchführungszeitraum und eine Aufstellung der erwarteten Ausgaben verlangt.

Ansprechpartnerin für deutsch- oder tschechischsprachige Rückfragen ist Projektkoordinatorin Miroslava Lenzova. Sie ist unter der Telefonnummer 03583 752-171 und per E-Mail an kleines-dreieck@zittau.de erreichbar.

Für Zittau bietet die Förderung die Möglichkeit, kleinere Vorhaben ohne langwierige Großprogramme umzusetzen. Entscheidend wird allerdings sein, ob sich genügend Vereine und Initiativen finden, die tragfähige Partner auf der polnischen oder tschechischen Seite gewinnen und ihre Projekte nach der Förderung dauerhaft fortführen können.

Quellen

  1. Stadtverwaltung Zittau: „Trialog im Dreiländereck – Zweiter Aufruf für Mikro-Projekte“, aktualisierter Förderaufruf, abgerufen am 1. August 2026
  2. Städteverbund Kleines Dreieck: „Antrag auf die Gewährung von Zuwendungen an Vereine, Gruppen und Initiativen“, Antragsformular vom 28. Juli 2026
  3. Robert Bosch Stiftung: „Trialog im Dreiländereck“, Projektbeschreibung des Programms „Common Ground – Über Grenzen mitgestalten“, abgerufen am 1. August 2026
  4. Robert Bosch Stiftung: „Grenzregionen – Common Ground“, Informationen zum Städteverbund Zittau, Bogatynia und Hrádek nad Nisou, abgerufen am 1. August 2026