Zittau wird Ende Oktober zum Treffpunkt für internationale Historiker und Kulturwissenschaftler. Unter dem Titel „Die Oberlausitz unter den Habsburgern 1526–1635“ widmet sich eine zweitägige wissenschaftliche Konferenz den politischen, wirtschaftlichen und konfessionellen Folgen einer Epoche, die die Region über mehr als ein Jahrhundert prägte.

Wie die Städtischen Museen Zittau mitteilen, findet die Tagung am 30. und 31. Oktober im Zittauer Rathaus statt. Internationale Wissenschaftler sollen dort in insgesamt 18 Vorträgen unterschiedliche Aspekte der habsburgischen Herrschaft und ihrer Verflechtungen mit Böhmen und Ungarn untersuchen.

Habsburger übernahmen 1526 die Herrschaft

Ausgangspunkt der Konferenz ist ein politischer Einschnitt vor genau 500 Jahren. Am 22. Oktober 1526 wurde Ferdinand von Habsburg, der jüngere Bruder Kaiser Karls V., zum König von Böhmen gewählt und im Februar 1527 gekrönt. Damit übernahm er zugleich die Herrschaft über die böhmischen Kronländer, zu denen auch die Oberlausitz gehörte.

Die habsburgische Landesherrschaft dauerte mehr als ein Jahrhundert. Erst 1635 belehnte Ferdinand II. während des Dreißigjährigen Krieges den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. mit der Oberlausitz.

Politik, Wirtschaft und Kirche werden gemeinsam betrachtet

Die Veranstalter wollen die Epoche bewusst nicht auf Dynastiegeschichte reduzieren. Nach Angaben der Museen hinterließ die habsburgische Herrschaft Spuren in Politik, Wirtschaft, Militär, Kultur, Kunst und Kirchengeschichte.

Die 18 Vorträge sollen diese Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Besonders wichtig sind dabei die Beziehungen der Oberlausitz zu Böhmen und Ungarn, die während der habsburgischen Zeit eng miteinander verflochten waren.

Tagung im Zittauer Rathaus ist kostenlos

Veranstaltungsort ist das Rathaus am Markt 1 in Zittau. Der Eintritt zur wissenschaftlichen Tagung ist frei, allerdings bitten die Organisatoren um vorherige Anmeldung.

Das vollständige Programm wird von den Städtischen Museen Zittau bereitgestellt. Faltblätter zur Tagung liegen außerdem in den Museen und im Rathaus aus.

Konzert erinnert an Andreas Hammerschmidt

Zum Rahmenprogramm gehört am Samstag, 31. Oktober, ein Konzert in der Museumskirche zum Heiligen Kreuz. Es ist der Ehrung des Komponisten Andreas Hammerschmidt gewidmet; für diesen Programmpunkt werden gesondert Karten verkauft.

Veranstaltet wird die Konferenz von der Fachgruppe Landeskunde, Geschichte und Kunstgeschichte des Lusatia-Verbandes, der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und den Städtischen Museen Zittau. Die Schirmherrschaft hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer übernommen.

Quelle:

Städtische Museen Zittau, Pressemitteilung vom 12. August 2026