Seltener Fund auf dem Posaer Berg

Archäologen haben bei Ausgrabungen am ehemaligen Kloster Posa bei Zeitz eine rund 600 Jahre alte Wasserleitung entdeckt.

Die Anlage stammt aus dem 14. Jahrhundert und besteht aus gebrannten Tonröhren.

Auf einer Länge von etwa fünf Metern konnte die Leitung bislang untersucht werden.

Röhren wurden präzise gefertigt

Die einzelnen Röhren sind rund 70 Zentimeter lang und besitzen einen Durchmesser von etwa zwölf Zentimetern.

Sie wurden auf der Töpferscheibe hergestellt und anschließend gebrannt.

Durch genormte Endstücke ließen sich die einzelnen Teile ineinanderstecken. Die Übergänge wurden zusätzlich mit Ton abgedichtet.

Solche frühen Wasserleitungen aus Keramik sind ausgesprochen selten.

Hinweis auf wohlhabendes Kloster

Die Entdeckung zeigt nach Einschätzung der Archäologen, dass das Kloster auch im späten Mittelalter technisch weit entwickelt war.

Bislang war teilweise davon ausgegangen worden, dass die Bedeutung der Anlage zu dieser Zeit bereits langsam zurückging.

Die neue Wasserleitung und weitere Funde sprechen jedoch dafür, dass das Kloster wirtschaftlich weiterhin leistungsfähig war.

Auch Heizungen und Keramik entdeckt

Bei den Grabungen wurden außerdem Überreste von Warmluftheizungen und hochwertigem Estrichboden entdeckt.

In Bereichen einer noch älteren Burganlage kamen größere Mengen Keramik ans Licht.

Die Anlage reicht geschichtlich bis in das 9. und 10. Jahrhundert zurück. Später entstand dort ein Bischofssitz.

Forschungen laufen seit 2017

Auf dem Posaer Berg finden seit 2017 regelmäßig archäologische Untersuchungen statt.

1114 wurde dort ein Benediktinerkloster gegründet.

Die jüngsten Grabungen zeigen, dass sich die Anlage weiter nach Süden ausdehnte als bislang angenommen.

Die Untersuchungen sollen auch nach Ende der diesjährigen Lehrgrabung fortgesetzt werden.