Archäologische Spurensuche in Kleinwittenberg
Die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Kleinwittenberg wird am Freitag, 16. Oktober, erstmals ausführlich aus archäologischer Perspektive vorgestellt. Der Vortrag beginnt um 17 Uhr im Museum im Zeughaus in der Juristenstraße 16a.
Referent ist der Archäologe Helge Jarecki. Er präsentiert ausgewählte Ergebnisse einer baubegleitenden Ausgrabung auf dem früheren Lagergelände.
Seltene Forschung zum Ersten Weltkrieg
Während archäologische Untersuchungen zu Lagern des Zweiten Weltkriegs inzwischen vergleichsweise häufig vorliegen, sind entsprechende Forschungen zu Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs bundesweit noch selten.
Genau deshalb kommt den Untersuchungen in Kleinwittenberg eine besondere Bedeutung zu. Im Mittelpunkt stehen zum einen Spuren der baulichen Gliederung und der Infrastruktur des Lagers.
Zum anderen wurden Fundstücke entdeckt, die Hinweise auf den Alltag der Gefangenen geben. Sie ermöglichen kleine Einblicke in persönliche Schicksale und ergänzen die historische Überlieferung um konkrete materielle Zeugnisse.
Auch Wirtschaftsgeschichte wird beleuchtet
Der Vortrag beschränkt sich nicht allein auf das Lager selbst. Zugleich wird die Entwicklung des Geländes der späteren Karl-Marx-Schule in den Blick genommen.
Damit spannt die Veranstaltung einen zeitlichen Bogen von etwa 1900 bis 1950 und verbindet die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers mit der lokalen Wirtschafts- und Stadtgeschichte Wittenbergs.
Der Eintritt zum Vortrag ist frei.