Lutherstadt Wittenberg. Ein Kurfürst, eine außergewöhnliche Reliquiensammlung und 158 Menschen auf der Bühne: Am Sonntag, 8. November 2026, feiert die Opernrevue „Friedrich – Die Oper. 1 Tag im Leben des Kurfürsten“ ihre Uraufführung im Stadthaus Wittenberg. Die eigens für die Lutherstadt entwickelte Produktion verbindet Musik aus fünf Jahrhunderten mit Schauspiel, Tanz und Artistik. Der Eintritt ist frei.
Das Auftragswerk entstand im Anschluss an das 500. Todesjahr Friedrichs des Weisen. Der sächsische Kurfürst zählt zu den bedeutendsten historischen Persönlichkeiten Wittenbergs. Als Landesherr Martin Luthers spielte er eine wichtige Rolle in der frühen Reformationsgeschichte.
Die neue Inszenierung nähert sich seiner Zeit allerdings nicht als klassisches historisches Schauspiel. Stattdessen steht eine musikalische Reise im Mittelpunkt, die von der Renaissance bis in die Gegenwart führt.
Eine Reliquiensammlung erzählt Geschichte
Den roten Faden der Oper bildet die berühmte Reliquiensammlung Friedrichs des Weisen. Der Kurfürst ließ im frühen 16. Jahrhundert zahlreiche religiöse Gegenstände zusammentragen, die damals als heilige Überreste verehrt wurden.
In der neuen Inszenierung bestimmen fünf ausgewählte Reliquien die Themen und Bildwelten der einzelnen Akte.
Dazu gehören die sogenannte Riesenrippe, Splitter des Kreuzes Christi, der Heilige Gral, Reliquien des heiligen Erasmus und das Schweißtuch der heiligen Veronika.
Die historischen Überlieferungen und religiösen Vorstellungen rund um diese Gegenstände dienen als Ausgangspunkt für die künstlerische Auseinandersetzung mit Friedrichs Zeit.
Dabei spielen auch die religiösen und politischen Spannungen eine Rolle, die das frühe 16. Jahrhundert prägten.
Die Verbindung aus Geschichte, Musik und Bühnenkunst soll dem Publikum einen ungewöhnlichen Zugang zur Vergangenheit eröffnen.
Von Renaissance bis Moderne
Konzeption, künstlerische Leitung und Regie liegen beim Opernsänger Bastian Thomas Kohl.
Er hat das Werk als fünfaktige Opernrevue angelegt, in der sich unterschiedliche musikalische Epochen begegnen.
Auf Renaissance-Musik folgen Elemente aus Barock, Klassik und Romantik. Ergänzt wird das Programm durch Neukompositionen und zeitgenössische Bühnenelemente.
Dabei setzt die Inszenierung nicht allein auf klassischen Operngesang. Orchester, Schauspiel, Tanz, Projektionen und Artistik sollen ineinandergreifen.
„Mit ,Friedrich – Die Oper‘ möchte ich Geschichte musikalisch und szenisch erlebbar machen“, erklärt Kohl.
Die Reliquien des Kurfürsten bildeten den roten Faden der fünf Akte und eröffneten jeweils eigene Klang- und Bildwelten.
Die Aufführung soll damit sowohl Freunde klassischer Musik als auch Besucher ansprechen, die sich für Wittenbergs Geschichte interessieren.
158 Menschen aus Wittenberg und der Region beteiligt
Bemerkenswert ist die große Zahl der Mitwirkenden. Insgesamt beteiligen sich 158 Menschen unterschiedlicher Generationen und künstlerischer Fachrichtungen an der Produktion.
Professionelle Musiker arbeiten dabei mit regionalen Orchestern, Chören, Vereinen und Schulen zusammen.
Zu den beteiligten Ensembles gehören das Sinfonieorchester Anhalt-Bitterfeld, die Capella Fidicinia Leipzig und das Paul-Gerhardt-Orchester Wittenberg.
Auch das Wolfener Balletensemble, der Turnverein Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz und die Seniorband des Gymnasiums Leucorea wirken mit.
Kinder und Jugendliche sind ebenso Teil des Projekts wie erfahrene Künstler.
Die Produktion verbindet damit professionelle Bühnenarbeit mit dem kulturellen Engagement der Region.
Für viele Beteiligte bietet die Oper die Möglichkeit, gemeinsam an einer großen Aufführung mitzuwirken, die unterschiedliche Kunstformen zusammenführt.
Oberbürgermeister würdigt das Gemeinschaftsprojekt
Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör sieht in der Produktion eine besondere Verbindung zwischen Stadtgeschichte und kultureller Gegenwart.
„Friedrich der Weise zählt zu den prägenden Persönlichkeiten Wittenbergs. Mit dieser Oper wird seine Zeit auf eine neue und lebendige Weise erzählt und für viele Menschen zugänglich gemacht“, erklärt Zugehör.
Auch die Zusammenarbeit der zahlreichen Mitwirkenden hebt er hervor.
Die Oper verbinde Wittenberger Geschichte mit dem Engagement vieler Menschen aus der Stadt und der Region.
Gerade dieser gemeinschaftliche Ansatz macht die Inszenierung zu mehr als einer gewöhnlichen Musiktheaterproduktion.
Sie bringt professionelle Künstler und ehrenamtlich Engagierte zusammen und ermöglicht es verschiedenen Generationen, sich mit der Geschichte ihrer Stadt auseinanderzusetzen.
Uraufführung bei freiem Eintritt
Die Premiere beginnt am Sonntag, 8. November 2026, um 17 Uhr im Stadthaus Lutherstadt Wittenberg.
Der Eintritt ist kostenlos. Besucher müssen allerdings beachten, dass der Einlass nur erfolgt, solange freie Plätze vorhanden sind.
Mit „Friedrich – Die Oper“ erhält die Geschichte des Kurfürsten eine neue künstlerische Bühne. Fünf Akte, fünf musikalische Epochen und 158 Mitwirkende sollen zeigen, wie lebendig die Beschäftigung mit einem der bedeutendsten historischen Persönlichkeiten Wittenbergs sein kann.