Wismars Altstadt gehört an diesem Wochenende der internationalen Straßenkunst. Vom 31. Juli bis zum 2. August findet das Festival BOULEV∙ART zum 15. Mal statt. Insgesamt 28 Gruppen aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Litauen, Spanien und Australien zeigen ihre Programme auf Straßen und Plätzen der Hansestadt. Der Eintritt zu allen Aufführungen ist kostenlos.

Schauspiel, Tanz und Akrobatik mitten in der Stadt

Das Programm reicht von Schauspiel und Clownerie über Tanz, Akrobatik und Konzerte bis zu Mitmachaktionen und Feuershows.

Anders als bei einem klassischen Theaterbesuch sitzt das Publikum nicht über Stunden in einem geschlossenen Saal. Besucher können zwischen verschiedenen Spielorten wechseln, zufällig auf Aufführungen treffen oder gezielt einzelne Programmpunkte besuchen.

Gerade die historische Altstadt bietet dafür eine besondere Kulisse. Plätze, Gassen und Fassaden werden nicht nur als Hintergrund genutzt, sondern teilweise in die Vorstellungen einbezogen.

Künstler mit und ohne Behinderung treten gemeinsam auf

Veranstaltet wird BOULEV∙ART von der Lebenshilfe Kunst und Kultur gGmbH gemeinsam mit der Hansestadt Wismar.

Ein wesentliches Merkmal des Festivals ist die selbstverständliche Beteiligung von Künstlern mit und ohne Behinderung. Inklusion wird damit nicht nur in Reden gefordert, sondern auf der Bühne praktisch sichtbar.

Die Künstler werden nicht auf ihre körperlichen oder geistigen Voraussetzungen reduziert. Im Mittelpunkt stehen Ausdruck, Können, Kreativität und das gemeinsame Spiel mit dem Publikum.

Lokale Kulturschaffende gehören zum Programm

Neben internationalen Gruppen sind auch Künstler und Kulturinitiativen aus Wismar und der Umgebung beteiligt.

Das ist für die regionale Kulturszene wichtig. Ein großes Festival sollte nicht nur bekannte Gäste einladen, sondern auch Menschen aus der Stadt eine Bühne bieten.

Lokale Akteure profitieren von neuen Kontakten und können ihre Arbeit einem Publikum vorstellen, das sie bei gewöhnlichen Veranstaltungen möglicherweise nicht erreicht hätten.

Kostenloser Eintritt senkt die Zugangsschwelle

Der kostenlose Eintritt ermöglicht auch Familien und Menschen mit geringem Einkommen die Teilnahme.

Gerade bei Kulturveranstaltungen steigen die Eintrittspreise vielerorts wegen höherer Personal-, Energie- und Produktionskosten. Kostenfreie Angebote werden deshalb immer wichtiger, erfordern aber verlässliche öffentliche oder private Finanzierung.

Gastronomie und Einzelhandel können zugleich von zusätzlichen Besuchern profitieren. Wer mehrere Stunden in der Altstadt verbringt, nutzt häufig Cafés, Gaststätten oder Geschäfte.

Festival stellt gesellschaftliche Fragen

Hinter dem unterhaltsamen Programm steht nach Angaben der Veranstalter die Frage, wie Menschen als Gesellschaft zusammenleben wollen.

Straßentheater kann solche Themen besonders unmittelbar vermitteln. Es findet nicht in einem abgeschlossenen kulturellen Raum statt, sondern mitten im Alltag.

Ob das Festival diese gesellschaftliche Wirkung erreicht, hängt nicht allein von großen Worten ab. Entscheidend ist, ob Begegnung tatsächlich stattfindet und Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

Mit seiner Mischung aus internationaler Kunst, regionaler Beteiligung und kostenlosem Zugang besitzt BOULEV∙ART dafür gute Voraussetzungen.

Quellen

  1. Hansestadt Wismar und Lebenshilfe Kunst und Kultur gGmbH: Informationen zum 15. Internationalen Straßentheaterfest BOULEV∙ART, veröffentlicht am 8. Juli 2026.
  2. Hansestadt Wismar: Impressionen und Programmhinweise zum Festival, veröffentlicht am 31. Juli 2026.