Berlin – Das Deutschlandticket wird ab Januar 2027 erneut teurer. Der neue Preis soll bei 66,80 Euro pro Monat liegen.
Damit steigt der Preis gegenüber 2026 um 3,80 Euro. Das entspricht einem Plus von rund sechs Prozent.
Neue Preisformel greift erstmals
Die Erhöhung kommt nicht mehr durch einen klassischen politischen Einzelbeschluss zustande.
Ab 2027 greift erstmals ein automatisches Berechnungsverfahren. Dabei werden unter anderem die Kostenentwicklung bei Personal, Energie und allgemeinen Betriebsausgaben berücksichtigt.
Die neue Formel soll den Preis künftig nachvollziehbarer an die tatsächlichen Kosten des Nahverkehrs anpassen.
Ticket startete einmal bei 49 Euro
Das Deutschlandticket war im Mai 2023 ursprünglich für 49 Euro eingeführt worden.
2025 stieg der Preis auf 58 Euro, 2026 auf 63 Euro.
Ab Januar 2027 werden nun 66,80 Euro fällig.
Damit verteuert sich das Ticket innerhalb von vier Jahren um fast 18 Euro im Monat.
Pendler besonders betroffen
Für viele Berufspendler bleibt das Deutschlandticket dennoch günstiger als klassische Monatskarten einzelner Verkehrsverbünde.
Gerade in Großstädten und Ballungsräumen kostet eine reguläre Monatskarte teilweise deutlich mehr.
Anders sieht es bei Menschen aus, die das Ticket nur gelegentlich nutzen. Für sie wird mit jedem Preissprung neu die Frage relevant, ob sich das Abo noch lohnt.
Bund und Länder zahlen weiter Milliarden
Finanziert wird das Deutschlandticket nicht allein über die Einnahmen aus den Abonnements.
Bund und Länder stellen weiterhin Milliardenbeträge bereit, um Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen auszugleichen.
Die staatlichen Zuschüsse wachsen jedoch nicht automatisch im gleichen Umfang wie Personal- und Energiekosten.
Genau deshalb steigt der Anteil, den die Fahrgäste selbst tragen müssen.
Kritik an fehlender Preisstabilität
Fahrgastverbände kritisieren seit längerem, dass das Ticket zwar als dauerhaftes Mobilitätsangebot beworben wird, der Preis aber regelmäßig steigt.
Die Sorge: Wenn das Ticket zu teuer wird, könnten Abonnenten kündigen.
Das würde nicht nur die Einnahmen der Verkehrsunternehmen belasten, sondern auch das Ziel schwächen, mehr Menschen vom Auto in Busse und Bahnen zu bringen.
Noch immer bundesweit nutzbar
Am Grundprinzip ändert sich nichts.
Das Ticket gilt weiterhin bundesweit im Nah- und Regionalverkehr. Fernverkehrszüge wie ICE oder reguläre IC- und EC-Verbindungen sind grundsätzlich nicht enthalten.
Für viele Pendler bleibt es damit trotz des höheren Preises eines der wichtigsten ÖPNV-Angebote in Deutschland.