Prof. Hans-Jürgen Kaschade ist mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Wissenschaftsminister Armin Willingmann überreichte dem 86-Jährigen die Ehrung in Sachsen-Anhalt, nachdem der Bundespräsident den Orden verliehen hatte. Kaschade wird damit für sein jahrzehntelanges Engagement für Wissenschaft, Hochschule und die Hansestadt Stendal gewürdigt.
Bundesverdienstorden für Hans-Jürgen Kaschade
Kaschade kam nach der deutschen Wiedervereinigung aus Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt. Ab 1991 übernahm er als Gründungsrektor den Aufbau der Fachhochschule Magdeburg.
1995 kam der Aufbau der Fachhochschule Stendal hinzu. Später wurden beide Standorte zur heutigen Hochschule Magdeburg-Stendal zusammengeführt.
Kaschade prägte die Hochschule Magdeburg-Stendal
Der Aufbau neuer Hochschulstrukturen gehörte zu den wichtigsten Aufgaben nach der Wiedervereinigung. Hans-Jürgen Kaschade übernahm dabei in Sachsen-Anhalt früh Verantwortung und gestaltete die Entwicklung der Standorte Magdeburg und Stendal entscheidend mit.
Wissenschaftsminister Armin Willingmann würdigte Kaschade als Gründungsrektor, Stifter, Kulturförderer und Ideengeber. Seine Lebensleistung sei von Eigeninitiative und Gemeinwohlorientierung geprägt.
Wissenschaft und Bildung in Stendal gefördert
Kaschades Engagement reichte über seine Tätigkeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal hinaus. Gemeinsam mit seiner Frau Hermine gründete er 1995 eine Stiftung, die bis heute den Hochschulstandort Stendal unterstützt.
Gefördert werden auch Bildungsprojekte wie „Jugend forscht“ und die „Kinder-Uni“. Junge Kunstschaffende erhalten über Stipendien die Möglichkeit, zeitweise in Stendal zu leben und zu arbeiten.
Hans-Jürgen Kaschade engagiert sich für Kultur in Stendal
Auch die Kunst- und Kulturgeschichte Stendals gehörte zu Kaschades Arbeitsfeldern. Gemeinsam mit der Winckelmann-Gesellschaft wirkte er an der Erweiterung des Museums zu Johann Joachim Winckelmann mit.
Als Mitglied und Schatzmeister der Winckelmann-Gesellschaft setzte er sich zudem für ein Kindermuseum ein, das 2006 eröffnet wurde. Zu seinen weiteren Initiativen gehören die in den 2010er Jahren entstandenen „Stendaler Lichttage“.
Stendal würdigt Kaschades Lebensleistung
2001 übernahm Kaschade ehrenamtlich die Geschäftsführung des Innovations- und Gründerzentrums BIC Altmark. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Einrichtung nach Angaben des Wissenschaftsministeriums zu einem wichtigen Bestandteil der regionalen Existenzgründungsförderung.
Die Hansestadt Stendal hat Hans-Jürgen Kaschade bereits zum Ehrenbürger ernannt. Mit dem Bundesverdienstorden erhält sein Engagement für Hochschulen, Wissenschaft, Bildung und Kultur nun auch eine Auszeichnung auf Bundesebene.
Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung vom 17. August 2026.