Auf dem Alten Friedhof in Schwerin haben Metalldiebe erneut Grabplatten von Kriegsgräbern gestohlen. Diesmal verschwanden fünf Messingtafeln, nachdem vier Tage zuvor bereits 23 Platten entwendet worden waren. Wie die Landeshauptstadt Schwerin mitteilt, lässt die Friedhofsverwaltung nun 202 noch vorhandene Metallplatten vorsorglich abbauen und sichern.
Fünf weitere Grabplatten gestohlen
Der jüngste Diebstahl wurde am 10. August festgestellt.
Nach Angaben der Stadt liegt der materielle Wert einer einzelnen Messingplatte bei rund 3.000 Euro.
Mehr als 2.300 Kriegsgräber auf dem Feld
Auf dem betroffenen Grabfeld XIV a/b befinden sich mehr als 2.300 Gräber von Soldaten, Heimkehrern, Zivilpersonen und Kindern.
Die dort Bestatteten starben zwischen Januar 1945 und Ende 1946; 1999 wurde die Fläche als Kriegsgräberstätte wiederhergestellt.
Stadt sichert 202 verbliebene Tafeln
In Abstimmung mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge werden die noch vorhandenen 202 Metallplatten zunächst entfernt und eingelagert.
Die Stadt prüft außerdem, sämtliche Namenstafeln des Gräberfeldes künftig durch ein Material zu ersetzen, das für Metalldiebe weniger attraktiv ist.
Oberbürgermeister verurteilt Diebstähle
Oberbürgermeister Sebastian Ehlers bezeichnet die Beschädigung der Kriegsgräber als beschämenden Akt von Vandalismus und Respektlosigkeit.
Er betont die Bedeutung der Gräber als Erinnerungsorte an die Folgen von Krieg und Gewalt sowie als Mahnung für Frieden und Völkerverständigung.
Polizei ermittelt nach Diebstählen
Die Friedhofsverwaltung hat beide Diebstähle bei der Polizei angezeigt.
Zeugen können sich an die Polizei wenden; Angehörige oder Suchende erhalten bei der Friedhofsverwaltung Auskunft zu Personen, die auf dem betroffenen Grabfeld bestattet sind.
Quelle: Landeshauptstadt Schwerin