Menschen mit eingeschränkter Mobilität können den Ostseestrand in Warnemünde künftig leichter nutzen. Ein neu ausgestatteter Bereich am Strandaufgang 4 verbindet barrierefreie Strandmöbel mit speziellen Mobilitätshilfen und einer technischen Lösung für den Weg ins Wasser.

Sozialministerin Stefanie Drese informierte sich am Dienstag über die neuen Angebote. Im Mittelpunkt standen barrierefreie Strandkörbe sowie das mobile Schienensystem „Seatrac“.

Strandkörbe bieten Platz für Rollstühle

Seit Mai gibt es am Warnemünder Strand einen eigenen barrierefreien Bereich mit besonders ausgestatteten Strandkörben. Diese bieten ausreichend Platz für Rollstühle und Rollatoren.

Zur Ausstattung gehören außerdem ein Rollstuhl und ein Rollator mit speziellen Luftreifen. Dadurch sollen sich die Hilfsmittel leichter über den weichen Sand bewegen lassen.

Das Projekt geht auf die Nurse Club Stiftung zurück. Nach Angaben des Ministeriums arbeitete die Stiftung rund zehn Jahre an der Idee eines Strandes, der auch für Menschen mit Beeinträchtigungen besser nutzbar ist.

Schienensystem führt bis ins Wasser

Mit „Seatrac“ wird derzeit erstmals ein mobiles Schienensystem getestet. Ein elektrisch betriebener Sitz ermöglicht Menschen mit eingeschränkter Mobilität, selbstständig zwischen Strand und Wasser zu wechseln.

Das System soll einen sicheren Zugang zum Meer schaffen und den Betroffenen mehr Unabhängigkeit beim Baden ermöglichen.

Zusätzlich steht ein spezielles Stand-up-Paddle-Board zur Verfügung. Dieses bietet nach Angaben des Ministeriums Platz für bis zu drei Rollstühle.

Ministerin sieht Warnemünde als Vorbild

Sozialministerin Drese betonte, dass ein Strandbesuch für viele Menschen noch immer mit erheblichen Hindernissen verbunden sei. Schmale Strandkörbe und tiefer Sand könnten für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollator kaum zu überwinden sein.

Die neuen Angebote erleichterten nicht nur den Zugang zum Strand, sondern ermöglichten auch Familien gemeinsame und selbstbestimmte Urlaubstage. Warnemünde könne damit eine Vorbildfunktion für weitere Badeorte in Mecklenburg-Vorpommern übernehmen.

Die Ministerin dankte der Nurse Club Stiftung und allen Unterstützern für die langjährige Arbeit und die Umsetzung des Projekts.

Quellen

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern: „Ein Strand für alle: Sozialministerin Drese besucht barrierefreie Strandangebote in Warnemünde“, Pressemitteilung Nr. 182 vom 4. August 2026.