Rostock. Wie steht es um das Meer vor der eigenen Haustür? Dieser Frage widmet sich am Samstag, 8. August 2026, ein öffentliches Podiumsgespräch im Rostocker Stadthafen. Unter dem Titel „Ostsee – Lebensraum, Sehnsuchtsort, Sorgenkind?“ sprechen Fachleute über Fischbestände, Umweltverschmutzung, Sauerstoffmangel und den Klimawandel.

Die Veranstaltung beginnt um 13.30 Uhr und gehört zum Programm der „Science@Sail“, dem Wissenschaftscampus der Universität Rostock während der Hanse Sail. Zugleich ist das Gespräch Teil der Reihe „Uni im Rathaus“.

Vier Perspektiven auf ein Meer im Wandel

Auf dem Podium kommen Wissenschaft, Forschung und Journalismus zusammen.

Teilnehmen werden:

  • der Journalist und Buchautor Ramon Gerwien,
  • Dr. Josephine Schaumburg von der Universität Rostock,
  • Dr. Kristina Barz vom Thünen-Institut für Ostseefischerei,
  • Dr. Michael Naumann vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde.

Moderiert wird das Gespräch von Stefan Menzel.

Im Mittelpunkt stehen der ökologische Zustand der Ostsee, die Entwicklung wichtiger Fischarten und die Frage, wie Politik und Gesellschaft das Meer langfristig besser schützen können.

Ölverschmutzung durch kleinere Schiffe

Dr. Josephine Schaumburg koordiniert am Lehrstuhl für Schiffbau der Universität Rostock das Forschungsprojekt EcoBilge.

Das Projekt untersucht Ölverschmutzungen, die durch kleine und mittelgroße Schiffe entstehen können und bislang häufig wenig beachtet werden. Gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelt das Forschungsteam technische Lösungen und Citizen-Science-Ansätze, mit denen Belastungen erfasst und verringert werden sollen.

Schaumburg bringt außerdem eigene Erfahrungen aus fast drei Jahren auf See und zwei Atlantiküberquerungen ein.

Dorsch, Hering und Scholle unter Druck

Dr. Kristina Barz beschäftigt sich am Thünen-Institut für Ostseefischerei mit der Entwicklung mariner Fischbestände.

Sie wertet wissenschaftliche Daten unter anderem für das Informationsportal „fischbestaende-online.de“ aus und befasst sich mit der Situation von Hering, Dorsch und Scholle. Beim Podium soll es auch um die Ursachen für den Rückgang einzelner Bestände gehen.

Sauerstoffsituation im Tiefenwasser

Dr. Michael Naumann koordiniert am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde das Umweltmonitoring und ein Langzeitdatenprogramm.

Bei jährlich fünf Schiffsexpeditionen werden hydrographische, meereschemische und biologische Daten erhoben. Ein Schwerpunkt liegt auf den Wasseraustauschprozessen und der Sauerstoffversorgung in den tieferen Bereichen der Ostsee.

Buch über den Zustand der Ostsee

Ramon Gerwien hat im Frühjahr das Buch „Ostsee – Wie geht’s?“ veröffentlicht.

Darin beschreibt er das Meer aus biologischer und journalistischer Perspektive. Neben dem aktuellen Zustand stellt er auch Handlungsmöglichkeiten vor, mit denen Politik und Gesellschaft zum Schutz des Ökosystems beitragen können.

Teilnahme ohne Anmeldung

Die Veranstaltung ist öffentlich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termin: Samstag, 8. August 2026
Zeit: 13.30 bis 14.30 Uhr
Ort: Stadthafen Rostock
Bühne: zwischen dem Braugasthaus „Zum Alten Fritz“ und der Haedge-Halbinsel

Die Gesprächsreihe „Uni im Rathaus“ wird von der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock gemeinsam mit der Hanse- und Universitätsstadt Rostock organisiert.

Quelle

Pressemitteilung der Universität Rostock und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock vom 30. Juli 2026.