Im Kulturhistorischen Museum Rostock können Besucher Landschaftsmalerei nicht nur betrachten, sondern selbst ausprobieren. Am Sonntag, dem 16. August 2026, verbindet ein zweistündiger Kreativworkshop eine kurze Führung durch die aktuelle Sonderausstellung mit eigener Arbeit an Leinwand, Pinsel und Acrylfarbe. Vorkenntnisse sind ausdrücklich nicht erforderlich.
Vier Jahrhunderte Landschaftsmalerei als Einstieg
Der Workshop beginnt mit einem Rundgang durch die Sonderausstellung „EIN und AUS. BLICKE. Landschaftsmalerei aus vier Jahrhunderten“. Gezeigt werden rund 60 Gemälde, anhand derer sich unterschiedliche Vorstellungen von Landschaft und Natur über mehrere Jahrhunderte nachvollziehen lassen.
Die Ausstellung spannt dabei einen weiten Bogen. Frühe Landschaftsdarstellungen dienten häufig zunächst als Hintergrund religiöser oder historischer Szenen. Später entwickelte sich die Natur selbst immer stärker zum eigenständigen Bildmotiv.
Besonders prägend wurde die Landschaftsmalerei in der Romantik. Wälder, Berge, Himmel und weite Horizonte wurden nicht nur als reale Orte dargestellt, sondern zunehmend auch als Ausdruck von Stimmung, Sehnsucht oder innerem Erleben.
Im 19. Jahrhundert veränderten neue technische Möglichkeiten die Arbeitsweise der Künstler. Eine wichtige Rolle spielte dabei die verschließbare Farbtube. Ihr 185. Jubiläum bildet einen Anlass für die Rostocker Ausstellung.
Farbtube veränderte das Malen unter freiem Himmel
Die Entwicklung transportabler Farben erleichterte es Künstlern, außerhalb des Ateliers zu arbeiten. Maler konnten Farben vorbereiten, mitnehmen und direkt in der Landschaft verwenden.
Damit gewann die sogenannte Freilichtmalerei an Bedeutung. Lichtverhältnisse, Wetter, Atmosphäre und wechselnde Farben konnten nun unmittelbarer beobachtet und auf die Leinwand übertragen werden.
Die Ausstellung nimmt diesen Wandel zum Ausgangspunkt, um unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen an Landschaft zu zeigen. Besucher erhalten dadurch nicht nur einen Überblick über Stilrichtungen, sondern auch über die Veränderungen der praktischen Maltechnik.
Genau an diesem Punkt setzt der Workshop an. Nach der theoretischen Einführung sollen die Teilnehmer selbst erleben, wie aus Beobachtung, Farbe und eigener Interpretation ein Landschaftsbild entsteht.
Teilnehmer gestalten eigene Landschaft auf Leinwand
Nach der Führung geht es an die praktische Arbeit. Unter fachkundiger Anleitung gestalten die Teilnehmer mit Acrylfarben eine eigene Landschaft auf Leinwand.
Der Workshop richtet sich gezielt an Menschen, die bisher wenig oder keine Erfahrung mit Malerei haben. Im Mittelpunkt steht daher nicht ein perfektes Ergebnis, sondern das Kennenlernen grundlegender Möglichkeiten.
Die Teilnehmer können ausprobieren, wie Farben gemischt, Flächen aufgebaut oder unterschiedliche Wirkungen mit Pinselstrichen erzeugt werden. Auch die Frage, welche Details einer Landschaft überhaupt ins Bild aufgenommen werden sollen, gehört zum kreativen Prozess.
Acrylfarbe eignet sich dafür besonders gut, weil sie vielseitig einsetzbar ist und vergleichsweise schnell trocknet. Dadurch lassen sich während eines zweistündigen Workshops verschiedene Arbeitsschritte unmittelbar aufeinander aufbauen.
Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren können teilnehmen
Das Angebot richtet sich an Erwachsene sowie Jugendliche ab 16 Jahren. Der Workshop findet am Sonntag, dem 16. August, von 14 bis 16 Uhr statt.
Die Teilnahme kostet neun Euro pro Person. Darin ist das praktische Arbeiten im Rahmen des Workshops enthalten.
Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Interessierte können sich per E-Mail beim Kulturhistorischen Museum Rostock registrieren.
Da der Workshop praktisches Arbeiten mit begrenzten Materialien und Arbeitsplätzen verbindet, ist eine Anmeldung vorab sinnvoll und notwendig.
Museum verbindet Ausstellung und eigenes Erleben
Das Konzept geht über eine klassische Museumsführung hinaus. Besucher sollen die künstlerischen Techniken nicht nur erklärt bekommen, sondern unmittelbar selbst anwenden.
Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen kunsthistorischer Vermittlung und eigener kreativer Erfahrung. Wer zuvor die unterschiedlichen Landschaftsdarstellungen betrachtet hat, kann anschließend versuchen, einzelne Eindrücke in einer eigenen Arbeit umzusetzen.
Gerade für Einsteiger kann dieser Ansatz den Zugang zur Malerei erleichtern. Statt sich ausschließlich mit kunsthistorischen Begriffen zu beschäftigen, wird unmittelbar deutlich, welche Entscheidungen Künstler bei Komposition, Farbe und Motiv treffen müssen.
Das Kulturhistorische Museum erweitert damit seine Sonderausstellung um ein Angebot, bei dem die Besucher selbst Teil des gestalterischen Prozesses werden.
Quellen
Kulturhistorisches Museum Rostock – Presseinformation zum Kreativworkshop „Landschaftsmalerei für Einsteigerinnen und Einsteiger“